Konzert mit Anne Godelmann und Noriko Shiozaki: Violine und Klavier im Duett
Virtuos und sensibel

Stürmisch, virtuos oder zart: Anne Godelmann (rechts) und Noriko Shiozaki beherrschen alle Spielarten auf Klavier und Violine. Bild: Zeigler
Kultur
Waldsassen
25.05.2016
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Mit Präzision und Sensibilität bestechen die Musikerinnen Anne Godelmann (Violine) und Noriko Shiozaki (Klavier). Sie sind zu Gast bei dem Duokonzert "Podium für junge Künstler" des Waldsassener Kammermusikkreises im Harmoniesaal des ehemaligen Abtschlosses.

Ausdrucksstark präsentieren sie die Sonate in E-Moll, KV 304 von Wolfgang Amadeus Mozart, die einzige Moll-Sonate des Komponistens. Noriko Shiozaki entlockt dem Flügel zarte Klänge mit dem "Una-corda-Pedal". Frische Triller und melancholische Melodielinien prägen das "Tempo di Minuetto" und das anmutige Dur-Trio.

Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 8 in G-Dur, op. 30, Nr. 3, beginnt furios. Dynamisch und mit prägnanten Betonungen werfen sich Violine und Klavier vergnügt die Triller zu. Die lockere Virtuosität des Werkes setzen die Künstlerinnen souverän um.

Im Hintergrund


Das Scherzo in C-Moll von Johannes Brahms ist der 3. Satz der gemeinsam mit Robert Schumann und Albert Dietrich komponierten Violinsonate. Die drei Komponisten schufen es zur Begrüßung des seinerzeit sehr bedeutenden Violinisten Joseph Joachim. Sie versuchten, in dieser Sonate ihr Bestes zu geben. Bei Brahms führte diese Bestrebung zu einem wilden Klavierstück, in dem die Violine eine untergeordnete Rolle spielt. Noriko Shiozaki glänzt mit virtuosem Spiel und grandiosen Bass-Schlägen in der geradezu enthusiastischen Coda.

In die Neuzeit entführt das Duett mit Thema und Variationen von Olivier Messiaen. Das lyrische Thema beginnt schmerzvoll und zart. Eine Steigerung in Geschwindigkeit und Komplexität zieht sich durch alle fünf Variationen und steigert sich zu einer lebhaften und leidenschaftlichen Violine in den höchsten Lagen. Das Klavier untermauert mit heftigen Bass-Akkorden, bevor sich alles zu einem sehr ruhigen Ende wendet.

Turbulentes Stück


Ein Stück großartiger Violin-Virtuosität ist die Polonaise in D-Dur von Henryk Wieniawski. Anna Goldmann zeigt mit rasanten Läufen, irrwitzigen Sprüngen, Doppelgriffen und Staccato-Stürmen ihr ganzes technisches Können und bekommt tosenden Beifall für ihre Darbietung.

Nicht minder virtuos war "Canzonetta" und "Allegro vivacissimo" aus dem Violinkonzert D-Dur op. 35 von Peter Iljitsch Tschaikowsky. Nach einem wehmütig russischen Beginn, einer kurzen und aufrüttelnden Violin-Kadenz lässt Goldmann mit atemberaubender Rasanz die beschwingten Tanzthemen des Finalsatzes erklingen.
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