Mozartquartett gibt Abendkonzert
Musik, die das Wolferl sicher gehört hat

Zum passenden Ambiente des Bibliothek-Saals des Klosters Waldsassen bieten (von links) Daniela Beer,, Florian Beer, Dorothea Galler und Matthias Michael Beckmann spätbarocke und klassische Klänge. Bild: Zahn
Kultur
Waldsassen
12.07.2016
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Mit 14 Jahren lesen die einen Comics, andere komponieren ihr erstes Streichquartett. So wie Wolfgang Amadeus Mozart. Werke des Wunderkindes präsentiert am Sonntag das Mozart-Quartett Salzburg auf Einladung des Kammermusikreises Waldsassen im Bibliothekssaal der Abtei.

Packende Takte


Cellist Matthias Michael Beckmann würzt das Konzert mit Anekdoten und Informationen zu den verschiedenen Komponisten. Ungewöhnlich ruhig steigt das Quartett, bestehend aus Cellist Beckmann, erster Violinistin Daniela Beer, zweitem Violinisten Florian Beer und Bratschistin Dorothea Galler, in Mozarts erstes Streichquartett ein. Ebenso beeindruckend wie das, was der Komponist im Jugendalter schuf, ist das leichte Spiel der Musiker, die diese Leichtigkeit auch in schnelleren Passagen nie verlieren.

Ein Quartett des Komponisten Giovanni Battista Sammartini, das es so eigentlich nicht gibt, wie Beckmann erzählt, hat das Mozart-Quartett aus einer Bibliothek in Mailand angefordert, um es an diesem Abend aufführen zu können. Ausdrucksvoll glänzt die erste Geige, für einen treibenden Rhythmus sorgen die anderen Streicher. Eine Sonate von Leopold Mozart, "Musik, die Wolfgang Amadeus Mozart in der Kinderstube sicher gehört hat", ist einer der Höhepunkt. Exakt und deutlich erklingen die gebrochenen Akkorde der erste Violine. Die Londoner "Sinfonietten a quattro" vom berühmten Bach zu Mozarts Zeiten, nämlich Johann Christian Bach, stellen das Finale dar. So kontrastreich die Musik, so verschieden ist auch das Spiel der Musiker. Das sogenannte "singende Allegro" aus diesem Stück übt wesentlichen Einfluss auf das darauffolgende Mailänder-Quartett von Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Schwere des langsamen Andante bringt das Streichquartett auf den Punkt. Das große Finale bildet das Salzburger Divertimento, ebenfalls von Mozart, das seinem Namen alle Ehre macht. Dass den Musikern das Zusammenspiel Spaß macht, wird in jedem Stück deutlich. Zu aller technischer Finesse und Können der Streicher, die alle an der Universität Mozarteum Salzburg studierten, kommt die Freude hinzu, die Emotionen der Stücke zu transportieren. Beides zusammen ergibt einen besonderen Klangkörper, der das Mozart-Quartett Salzburg ausmacht.
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