Münchener Barockorchester "L'arpa festante" begeistert mit Mozart und Haydn in Waldsassen
Sommerlich leichte Gefühle bei Wiener Klassik

Kultur
Waldsassen
23.06.2015
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Wiener Klassik vom Feinsten gab es am Sonntag mit Haydn und Mozart in der nur gut zur Hälfte besetzten Stiftsbasilika. Das Münchener Barockorchester "L'arpa festante" und Organist Professor Norbert Düchtel hätten aber wesentlich mehr Zuhörer verdient, denn was sie bieten, steht auf künstlerisch höchstem Niveau.

Erfahrene Musiker

Die drei Konzerte Hob. XVIII/2, 5 und 7 für Orgel und Streicher von Joseph Haydn zeigen das wunderbare Zusammenspiel der Instrumente. Die erfahrenen Musiker des Barockorchesters spielen auf historischen Instrumenten mit größtmöglicher Präzision. Mit scheinbarer Leichtigkeit werden schwerelose Verzierungen nuancenreich gespielt. Die rasanten Läufe und einfallsreichen rhythmischen Wendungen sind mühelos akkurat und mit großem Einfühlungsvermögen werden feine Akzente gesetzt. Energiegeladene bedeutsame dynamische Abstufungen runden das Gesamtbild ab. Dazu spielt Düchtel nicht minder sensibel den mitunter technisch hoch anspruchsvollen Orgelpart. Rasante Arpeggien und flinke Läufe drängen sich nie in den Vordergrund, sondern fügen sich wunderbar in den Streicherklang ein. Ganz anders die drei Kirchensonaten von Wolfang Amadeus Mozart. Hier hat die Orgel nur Begleitfunktion. Harmonische Unterstützung lässt dem virtuosen Streicherklang den angemessenen Freiraum. Die Orchestermusiker glänzen durch technische Brillanz bei rasanten Tempi oder durch sensibel gestaltete Melodielinien in wunderbarer Harmonie. Ein attraktives Duett für zwei Violinen, Orgel, Violoncello und Bass ist die Sonate in Es KV 67. Die beiden ersten Geiger zeigen mit ihrem souveränen Zusammenspiel nicht nur große Sensibilität sondern gleichermaßen, dass sie sich blind aufeinander verlassen können. Bei der Sonate in B KV 68 legen die Musiker ein rasantes Tempo vor, das die Zuhörer sofort mitreißt.

Wohlverdienter Applaus

Kaum war der letzte Akkord verklungen, brandet der wohlverdiente Applaus auf, für den sich die Musiker mit einer Zugabe bedanken. Gespielt wird die Sonate KV 336 von Mozart, bei deutlich wird, dass Mozart auch hervorragende Orgelwerke geschrieben hat. Düchtel freut sich sichtlich über die solistische Funktion seines Instruments und greift schwungvoll in die Tasten.
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