Sabrina Ma beeindruckt mit Schlaginstrumenten das Publikum beim Waldsassener Kammermusikkreis
Schnelligkeit zwischen Schlägeln und Händen

Große Virtuosität bewies Sabrina Ma bei ihrem Konzert beim Waldsassener Kammermusikkreis. Bild: Röttges
Kultur
Waldsassen
29.07.2015
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"Tanz" heißt das Programm von Sabrina Ma. Dass ihr Auftritt zu etwas Besonderem wird, beweist sie am Sonntag beim letzten Konzert vor der Sommerpause des Waldsassener Kammermusikkreises mit ihren Schlaginstrumenten. Die Stipendiatin des Deutschen Musikrates lässt auch im musikalisch übertragenen Sinn die Instrumente wahrlich tanzen. Ihr Konzert beginnt mit der Suite Nr. 1 G-Dur BWV 1007 von Johann Sebastian Bach, ein Werk, das aus insgesamt sieben aufeinanderfolgenden Tanzsätzen besteht.

Fünf Tom-Toms

Ursprünglich für das Violoncello bestimmt, überträgt Sabrina Ma das Werk gekonnt auf die Marimba. Daneben kommen auch viele andere Schlaginstrumente zum Einsatz. Beim "Satz, Étude de Peaux No. 2" von Bruno Giner, einem zeitgenössischen Komponisten, kommen fünf Tom-Toms zum Einsatz. Schnelligkeit und Präzision, Wechsel von verschiedenen Schlägeln bis hin zu den bloßen Händen, starke dynamische Kontraste sind hier gefragt. Ma meistert alle Hürden mit Bravour. Bevor die Zuhörer in die Pause entlassen werden, erklingt eine Transkription des Walzers Nr. 2 cis-Moll - eigentlich für Klavier gedacht, hier aber auf der Marimba gespielt - von Frédéric Chopin. Der zweite Teil des Konzertes startet mit zwei Renaissancetänzen von John Dowland, eigentlich für die Laute komponiert, aber hier sind sie wieder auf der Marimba zu hören. Das Werk Bone Alphabet für sieben Instrumente freier Wahl von Brian Ferneyhough (* 1943) bildet den Höhepunkt des zweiten Teils.

Sabrina Ma gibt zu diesem hochkomplexen Werk eine kleine, kurzweilige Einführung und lädt die Konzertbesucher ein, am Ende des Konzertes sich die komplizierte Notierung anzusehen. In ihrer kurzen Einführung vergleicht die Interpretin das Werk mit einem modernen Tanz, der eine entsprechende Choreographie benötigt und stellt somit den Bogen zum Konzertmotto her.

Zum Dank zwei Zugaben

Das offizielle Konzertprogramm endet mit einer eigenen Transkription von "I Got Rhythm" von George Gershwin. Ein beeindrucktes Publikum bedankt sich bei der Künstlerin für einen gelungenen Konzertnachmittag mit langanhaltenden Applaus, was Sabrina Ma noch mit zwei Zugaben belohnte.
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