Serapion-Duo im Harmoniesaal Waldsassen – Ungewöhnliches Zusammenspiel von Cello und Klavier
Höhenflüge der Melodien

Das Serapion-Duo macht dem Namen des Harmoniesaals in Waldsassen alle Ehre. Bild: zaf
Kultur
Waldsassen
08.06.2016
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Benannt nach einem verrückten Eremiten aus einem Buch von E.T.A. Hoffmann, bietet das Serapion-Duo mit Pianist Dr. Michael Staudt und Cellistin Dr. Tess Remy-Schumacher beim Waldsassener Kammermusikkreis am Sonntag im Harmoniesaal ein Programm, das vielfältiger nicht sein kann.

Perfektes Zusammenspiel beweisen die Musiker schon bei einem klassischem Einstieg mit Ludwig van Beethoven und seinen 12 Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen". Bei der doch nicht ganz gewöhnlichen Zusammenstellung Cello und Klavier zeigen beide gleichermaßen ihr Können, wobei das Klavier nie das Streichinstrument dominiert.

Richtungswechsel


Nachdenklich wird es bei "4 Mélodies" von Gabriel Fauré. Von der Romantik nicht unbeeinflusst, hat der Komponist doch seinen eigenen Stil. Sehr melodiös in der Höhe und kraftvoll in der Tiefe zeigt sich bei "Les Berceaux", was übersetzt "Die Wiegen" heißt, Remy-Schuhmacher. Dem Titel ähnlich, wirkt die Klavierbegleitung von Staudt. Verträumt und heiter, und kurz sogar jazzig, wird es bei der zweiten und dritten der "4 Mélodies". Virtuosität stehen zum Abschluss dieses Stücks auf dem Programm. Nach Klassik und Romantik geht es in eine völlig andere Stilrichtung. "Le Grand Tango" von Astor Piazzolla ist das Finale vor der Pause. Schnell zeigt sich, dass dieser "Tango" keiner im traditionellen Sinn ist, sondern in erster Linie zum Zuhören gedacht ist. Ungewöhnlicher Rhythmus und Melodien, Dissonanzen, Reibungen und Dramatik stehen an vorderster Stelle. Mit der Sonate in G-Moll von Sergei Rachmaninow schließt das Serapion-Duo das Konzert. Sehr gegensätzlich verhalten sich die Instrumente schon im ersten Satz. Während das Klavier bewegt und fast unruhig wirkt, spielt Remy-Schuhmacher am Cello langgezogene Töne.

International unterwegs


Technik und Emotion vereint, finden sich in den anderen drei Sätzen. Mit Leichtigkeit, die beim Zuhören Spaß macht, spielen die Musiker auf höchstem Niveau. Ihr Können kommt nicht von ungefähr: Remy-Schumacher erhielt erste Preise bei der New Yorker International-Artist-Competition und beim "Carlo-Zecchi Wettbewerb". Als Solistin spielt sie auf der ganzen Welt, unter anderem in London, Singapur und New York.

Auch in Harvard war sie schon Gastwissenschaftlerin für historische Aufführungspraxis. Seinen "Doctor of Musical Arts" machte Dr. Michael Staudt auch in den USA an der University of Southern California. Beim Kammermusikwettbewerb "Carlo Zecchi" gewann er mit Remy-Schumacher den ersten Preis. Als Zugabe boten die Musiker eine Komposition von Staudt, eine Elegie in D-Moll, die das Konzert harmonisch zu Ende gehen ließ.
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