Sommer-Open-Air im Naturerlebnisgarten
Allein mit Gitarre und Gesang

Die Interpreten beim Open-Air am Samstag im Naturerlebnisgarten, von links Andreas Döllinger, Oliver Ernstberger und Anna Spann. Bilder: pz (3)
Kultur
Waldsassen
11.07.2016
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Die Interpreten beim Open-Air am Samstag im Naturerlebnisgarten, von links Andreas Döllinger, Oliver Ernstberger und Anna Spann. Bilder: pz (3)

Der Abend bot interessante wie überraschende Momente: Handgemachte Musik gab's beim "Sommer-Open-Air" am Samstag im Naturerlebnisgarten.

Zum Jubiläum "120 Jahre Stadt Waldsassen" hatte die Stiftung "Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen" mit Geschäftsführer Ferdinand Sperber am Samstag die als "romantischen Abend" angekündigte Veranstaltung arrangiert. Das sommerliche Flair inmitten bezaubernder Umgebung, durchaus angenehme Temperaturen und ein besonders illuminierter Naturerlebnisgarten: Besucher nutzten die Gelegenheit, um durch das Areal auf dem Gelände des Klosters zu schlendern und viele unbekannte Ecken und Winkel zu entdecken.

Ideale Voraussetzungen also für die Akteure Anna Spann, Andreas Döllinger und Oliver Ernstberger. Jeder der drei Künstler aus der Region für sich eine musikalische Persönlichkeit, gaben sie Kostproben ihres besonderen Könnens - mit Country, Balladen und Popsongs. Die drei Künstler traten vor rund 200 Besuchern nacheinander jeder für sich als Solist auf. Anna Spann betrat als erste die Bühne. Locker und ohne - zumindest sichtbares - Lampenfieber nahm sie ihre Gitarre und startete. Zwischen den Beiträgen kurze Erläuterungen und Geschichten zu den Stücken. Für einen Titel hatte sich Anna einen "Überraschungsgast" mit eingeladen - ihre Freundin Julia Zant, die einen der Songs mit Anna Spann gemeinsam sang. Die Tirschenreutherin beeindruckte mit ihrer besonderen Natürlichkeit und glasklarer Stimme auf der Bühne - auch mit Stücken von Amy Macdonald, etwa das vom Radio her bekannte "This Is The Life".

"Nervös sind wir alle"


Das Kontrastprogramm zum Abschluss lieferte Oliver Ernstberger - souverän und mit einer großartigen und markanten Stimme. "Nervös sind wir alle", bemerkte der Waldsassener, der wie auch Anna Spann in der Vergangenheit bei Konzerten des Kiwi-Chores mit Soloparts dabei gewesen war. Doch auch bei dem Waldsassener war von Lampenfieber nichts zu spüren, als er mit seinem Programm begann - ebenfalls garniert mit kleinen Moderationen.

"Austro-Block" am Ende


Oliver Ernstberger hatte sich für seinen Auftritt überwiegend deutschsprachige Stücke ausgesucht. Eine der Ausnahmen war zugleich auch einer der Höhepunkte - "Father and Son", ein bekannter Titel von Cat Stevens. Den Abschluss des Abends bildete ein "Austro-Block" - darunter das einfühlsam interpretierte "Amoi seg' ma uns wieder". (Weiterer Bericht)

Exzellente Gitarrenmusik im "Finger-Style""Das ist jetzt ein bisserl was anders", sagte Andreas Döllinger, als er den zweiten Teil des Abends ankündigte - exzellente Gitarrenmusik im "Finger-Style". Wie recht er hatte - auch als er sagte, er spiele "Musik zum Wegträumen und Abschalten" und könne nicht so viel darüber sagen. Dann ging's los, mit Gitarrenmusik technisch brillant gespielt und teils über das von Döllingers Freund Daniel Völkl ausgesteuerte Mischpult mit Hall verfeinert.

Rasch wurde der hohe Anspruch des Musikers an sich selbst deutlich: Ein komplettes Orchester inklusive Schlagzeug interpretierte der Mann auf den sechs Saiten. Die stimmte der Musiker zwischendurch auf offener Bühne um. Auf andere Tonarten, um noch raffiniertere Klänge zu erzeugen. Wer genau hinhörte erkannte auch bekannte Sequenzen, darunter einige Takte des Titelsongs des Films "Titanic". Dem Publikum gefiel's und es war begeistert - auch wenn Döllinger einige Stücke zwischendurch abbrach. Denn er war, wie er mehrmals erklärte, mit seinem Auftritt nicht zufrieden. "Es ärgert mich gewaltig, wenn es nicht so klappt wie auf der Aufnahme", sagte der Musiker. Dies aber ließ ihn aufs Publikum besonders sympathisch wirken, das spontan applaudierte.

Döllinger hatte im Studio schon mehrere Stücke fürs Internet aufgenommen und am Samstag das erste Mal vor Publikum gespielt. "Ich bin ein bisserl nervös", bekannte Andreas Döllinger zu Beginn seines Auftritts. Das mochten die Leute im Publikum allerdings nicht recht glauben. Die Aufregung war äußerlich nicht zu bemerken, so dass die Zuhörer zwischendurch sogar einen Gag im Bühnenprogramm vermuteten. (pz)
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