Stiftsbasilika Waldsassen: Gemeinsames Konzert von Tess Remy-Schumacher und Andreas Sagstetter
Violoncello und Orgel wecken Emotionen

Andreas Sagstetter begleitete die Cellistin Tess Remy-Schumacher an der Orgel. Bild: Zeigler
Kultur
Waldsassen
20.05.2015
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Tess Remy-Schumacher und Andreas Sagstetter präsentieren in der Stiftsbasilika ein Konzert mit Violoncello und Orgel. Mit Werken vom 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit machen sie die Entwicklung der Musik im Laufe der Jahrhunderte hörbar.

Die in Köln geborene und in den USA lebende Cellistin zeigt gleich zu Beginn in der Sonata Nr. 3 op. 8 in d-Dur von Willem de Fesch (1687-1761) ihre herausragenden Fähigkeiten auf dem Instrument. In den vier abwechslungsreichen Sätzen überwiegen Wohlklang und Harmonie. Höchst gefühlvoll, mit empfindsamer Tongebung, dabei mit behände über die Saiten hüpfendem Rhythmus oder getragen und heiter im Wechsel lassen Raum für emotionale Empfindungen beim Publikum. Andreas Sagstetter begleitet auf dem Orgelpositiv sicher und souverän.

Versiertes Können

Technisch raffiniert und virtuos ist die Ricercar Nr. 5 von Domenico Gabrieli (1659-1690) für Violoncello solo. Rasante Lagenwechsel, Doppelgriffe und eilende Läufe zeigen das enorme technische Können der Musikerin. Im anschließenden Choralvorspiel "Nun bitten wir den heiligen Geist" von Dietrich Buxtehude (1637-1707) gönnt Sagstetter der Cellistin ein kurze Verschnaufpause mit strahlenden Melodien über sanften Akkorden. Die Sonata Nr.1 von Antonio Vivaldi (1678-1741) besticht mit reichhaltigen Verzierungen, die leichtfüßig durch das Kirchenschiff perlen. Mit abwechslungsreichen Phrasierungen, tänzerisch hüpfend und dennoch getragen gestaltet die Cellistin das Werk abwechslungsreich und feinsinnig. In einem Cello-Konzert darf Johann Sebastian Bach nicht fehlen. Die Suite Nr. 2 in d-Dur (BWV 1008) für Violoncello solo wird souverän und mit viel Verständnis für die Musik des Barock gespielt. Ruhig dahinfließende Cantilenen, geschwinde Läufe und ausladende Verzierungen werden mit gewandter Bogenführung gespielt.

Den Sprung über die Romantik bis zur Neuzeit vollziehen die Musiker mit zwei Choralvorspielen von Marcel Dupré (1886-1971) und den "Vier Studien in kanonischer Form für Orgel oder Pedalklavier" op. 56 von Robert Schumann (1810-1856) in einer Bearbeitung für Cello und Orgel. Anders als im Barock herrscht hier die Klangschönheit vor. Harmonien und angenehm behagliche Akkorde beherrschen das Tonbild.

Orgel-Untermalung

Auch im interessanten "Remember me" des amerikanischen Komponisten David Maslanka (geboren 1943) dominiert Wohlklang und Harmonie. Mit leidenschaftlichem Ausdruck spielt Remy-Schumacher Oktavgriffe auf dem Cello zu einer ostinaten Orgelbegleitung.

Sphärische Klänge der Orgel untermalen intensive Melodien des Cellos. Der zarte Flageolett-Schlusston lässt das Publikum atemlos lauschen. Nach kräftigem Beifall bedanken sie die beiden Musiker mit einem Satz aus der 5. Sonate von Antonio Vivaldi.
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