Stimmgewalten aus Regensburg: Spatzen-Quartett gibt Konzert in Waldsassen
Gesänge wie aus dem Weltall

Das Spatzen-Quartett (von links) mit Michael Weigert (Tenor 2), Albert Wimber (Bass), Oliver Rusin (Tenor 1) und Lorenz Renner (Bariton) entführt das Publikum in galaktische Sphären. Bild: Ulla Britta Baumer
Kultur
Waldsassen
21.06.2016
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Es war im Jahr 1981, als vier hochbegabte Regensburger Domspatzen im Kindesalter erstmals mit dem Chor in der Basilika in Waldsassen (Kreis Tirschenreuth) auftraten. Am Sonntag reißen Michael Weigert (Tenor 2), Albert Wimber (Bass), Oliver Rusin (Tenor 1) und Lorenz Renner (Bariton) bei einem Konzert das Publikum von den Stühlen.



Die Musiker sind nach Waldsassen zurückgekehrt, um nach 35 Jahren als Spatzen-Quartett Regensburg zu begeistern. Sie präsentieren ein Programm, das von sakraler Musik über Klassik bis hin zur Unterhaltung reicht. Ein Zugpferd, das etwa 300 Zuhörer in die Basilika lockt. Als entspannender Ausklang des Wochenendes sind die "bayerischen Comedian Harmonists", wie das Quartett liebevoll genannt wird, eine gute Wahl. Die Basilika als Resonanzkörper zeigt sich wie gewohnt von ihrer besten Seite. Obwohl das halbe Kirchenschiff für Sanierungsarbeiten eingerüstet ist, "hat das keinerlei Nachteile", beteuert das Quartett danach. Schwingend setzen sich selbst leise Töne fort bei "O Emmanuel" von Giovanni Croce, ausgefüllt wird das gesamte Kirchenschiff bei Claudio Monteverdis "Cruzifixus. Keine Technik, keine instrumentale Begleitung stört die reine Musik des Ensembles. Sie lassen ihrem Publikum Zeit, das Gehörte zwischen den Liedern im Gedächtnis zu speichern.

Galaktische Klänge


Kirchendirektor Andreas Sagstetter zieht mit stimmungsvoller Orgelmusik Schlussstriche zwischen den Programmabschnitten. Mit Klassik geht es weiter: "Die Stern am Himmel" von Hermann Schröder beschreiben die Sehnsucht der nächtlichen Träume. Das menschliche Ohr ist ein feines Instrument. Jederzeit lässt es Einzelstimmen aus dem Gesamtwerk zu. So bleibt Gelegenheit, jede Stimmlage herauszuhören.

Höhepunkt ist die mehrfache Interpretation des "Ave Marias". Unzählige Komponisten haben die Gottesmutter gegrüßt, fünf Varianten entfachen im Publikum große Gefühle bei der Darbietung. Mag für den einen das "Ave Regina" von Yvtautas Miskinis am gefühlvollsten sein, hat ein anderer Tränen in den Augen bei "Es blühn drei Rosen auf einem Zweig". Etwas zu schnell nach diesen sinnlichen Minuten geschieht der Wechsel zu Traditional Spirituals in englischer Sprache. Spätestens bei "The arth is my mother", arrangiert von Lorenz Maierhöfer, findet sich das Publikum wieder zurecht. Die Zuhörer erleben eine räumliche Verwandlung, die sie regelrecht ins "Weltall" katapultiert, überirdische Klänge locken.

Nein, keine Angst: Es sind nur vier Spatzen, die in der Basilika Großartiges leisten. Nach "Joshua fit the battle of Jericho" und "Swing low sweet chariot" fordert das Publikum Zugaben. Begeisterung löst auch als Weigert mit "O sole mio" aus.

JubiläumskonzerteDas Spatzen-Quartett lädt zum 25-jährigen Bestehen am Freitag, 24. Juni (19.30 Uhr), zum Jubiläumskonzert in den historischen Reichssaal des Alten Regensburger Rathauses (Rathausplatz 1) ein. Ein Konzert gibt es auch am Freitag, 14. Oktober (19.30 Uhr), in der Stadtamhofer-Kirche-St.-Magn (Andreasstraße 13). Karten an der Tourist-Information am Alten Rathaus. (ubb)
Weitere Informationen:www.spatzen-quartett.de
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