Waldsassener Künstlerin thematisiert Harvester-Einsätze im Wald
Heiliger Hain

Anfang Juni hatte Susanne Neumann zusammen mit mehreren Wirtsberg-Anwohnern in einem Offenen Brief gegen die Holzernte im Staatsforst protestiert. Diesem Thema widmet sich auch eine Ausstellung mit Arbeiten und Fotos der Waldsassener Künstlerin in Nürnberg. Bild: Susanne Neumann/hfz
Kultur
Waldsassen
15.11.2016
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"Sacro Bosco" ist die Ausstellung überschrieben, die Susanne Neumann im Dezember in Nürnberg präsentiert. Damit thematisiert die Künstlerin auch ihren Kampf gegen den Harvester-Einsatz in ihrer Heimatstadt.

Susanne Neumann hatte Anfang Juli in einem Offenen Brief ihre Verzweiflung gegen die Veränderung des Staatsforsts in unmittelbarer Nähe zu den Wohnsiedlungen "Am Wirtsberg" dokumentiert, den "Kahlschlag" als Verlust eines wichtigen Stücks Heimat betrauert (wir berichteten). Der Titel der raumübergreifenden Schau im Kunstverein Kohlenhof Nürnberg (4. bis 31. Dezember) bezieht sich auf einen "Heiligen Hain" in Italien - eine Art Zauberwald mit grotesk anmutenden Renaissance-Skulpturen.

In ihrer Installation nimmt die Künstlerin laut Pressemitteilung den konkreten Ort zum Anlass für eine Spekulation über den Wald als einen Leben spendenden, bedrohten Naturraum und als einen Ort der Inspiration, der Phantasie und der Sehnsucht: Der Wald als hochsensibles System miteinander vernetzter und kommunizierender Lebensgemeinschaften, als sublime Stätte romantischer Sehnsucht, als Müllhalde und Rohstofflieferant. Aufgeteilt und eingereiht zwischen Urwald und Rückegassen, zwischen Mythos und Staatsforsten wäre die Ausstellung "... eine Gemengelage aktueller Lebensaufgaben und Forschungsinhalte der vielschichtigen und vielseitigen Künstlerin Susanne Neumann", heißt es. Es gehe ihr um die Inszenierung von Waldeinsamkeit und Waldesnacht, von Waldesweite und Waldesrauschen mit Mitteln der Kunst. Exemplarisch stehe dafür auch Neumanns Entrüstung und seit Monaten geführter Kampf gegen die "... kruden Erntemethoden der modernen Holzwirtschaft, allen voran der Staatsforsten, die mit Harvester Holzvollernte-Maschinen den Wald zerstückeln."

Video mit dem MGV


Gezeigt wird auch die 2004 entstandene Video-Installation mit dem Männergesangverein Waldsassen. In der Aula der damaligen Hauptschule schmettert der Männerchor unter Leitung von Andreas Sagstetter in Endlos-Schleife den Sängergruß "Grün die Wälder, grau die Burgen, Oberpfalz mein Heimatland".
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