Weidener Nachwuchs-Musikerin beeindruckt an der Querflöte in Waldsassen
Podium für junge Künstler

Die Weidenerin Annemarie Bauer zeigte beim "Podium für junge Künstler" in der Klosterbasilika auf der Querflöte ihr Können. Bild: Zeigler
Kultur
Waldsassen
29.02.2016
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Von Christiane Zeigler

Waldsassen. Der Waldsassener Kammermusikkreis hat sich für das Jahr 2016 die Förderung des musikalischen Nachwuchses auf die Fahne geschrieben. Beim "Podium für junge Künstler" zeigt die junge Flötistin Annemarie Bauer, eine gebürtige Weidenerin, ihr Können an der Querflöte im Harmonie-Saal der Klosterbasilika. Sie verzeichnete bereits Erfolge bei "Jugend musiziert", in verschiedenen Weidener Orchestern und beim Festivalorchester der Basilikakonzerte Waldsassen. Zur Zeit studiert sie Instrumental- und Gesangspädagogik mit Hauptfach Flöte in Dresden. Duopartnerin am Klavier ist Klara Bäumler aus Floß, Instrumentallehrerin an der Musikschule Moosbach sowie am Gymnasium Neustadt/WN. Zusammen spielen sie Musikstücke vom Barock bis zum Impressionismus. Dazwischen liest Wolfgang Göldner Gedichte und Texte, die die junge Künstlerin ausgewählt hat.

Geboten werden makellos interpretierte Werke. Das "Andante" in C-Dur KV 315 von Wolfang Amadeus Mozart ist gefühlvoll gespielt mit einer kleinen Kadenz der Flöte. Bei der Sonate in h-Moll BWV 1030 von Johann Sebastian Bach korrespondieren Flöte und Klavier wunderbar im ersten Satz "Andante". Romantisch anmutend ist der zweite Satz "Largo e dolce", in dem die Flöte zu den reichhaltigen Akkorden des Klaviers Soli spielt. Der dritte Satz "Presto" ist zunächst fugisch, im weiteren Verlauf tänzerisch. Wunderbar einfühlsam spielen die Musikerinnen die schnellen Läufe zusammen. Eine virtuos verzierte schlichte Melodie besticht in der "Fantaisie pastorale hongroise" op. 26 von Franz Doppler. Annemarie Bauer spielt die ausschmückenden Wendungen mit Eleganz und Temperament.

Ein Solo für Flöte ist nach der Pause mit "Syrinx" von Claude Debussy zu hören. Es ist die Geschichte einer Nymphe, die sich auf der Flucht vor dem liebestollen Gott Pan in ein Schilfrohr verwandeln lässt. Um ihr nahe sein zu können, schneidet der Gott das Schilfrohr und baut daraus die Panflöte (französisch Syrinx) um darauf ein Trauerlied zu spielen. Das Stück gehört zu den Standartrepertoire-Stücken der Flötisten.

Zugabe erklatscht


Sehr abwechslungsreich ist die Sonate für Flöte und Klavier von Francis Poulenc. Tief traurig, dann wieder munter mit Vorschlägen und Trillern ist die Flöte in höchsten Lagen gefordert. Die "Pavane pour une infante défunte" von Maurice Ravel in einer Bearbeitung von Wolfgang Birtel für Klavier und Flöte ist ein Glanzstück des Impressionismus, mit großer Einfühlsamkeit gespielt. Zum Abschluss kommt das Concertino op. 107 von der fast in Vergessenheit geratenen Komponistin Cécile Chaminade. Annemarie Bauer brilliert mit feierlichen Teilen, die von Klara Bäumler vorzüglich begleitet werden. Das Publikum kann sich noch die Zugabe "Paperboy" erklatschen.
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