Weihnachtsausstellung in Waldsassen
Herbergssuche mündet in Kunsthaus

"Das Kunsthaus bringt Menschen zusammen", sagte Bürgermeister Bernd Sommer. Bei der Vernissage zur Weihnachtsausstellung hat das wunderbar geklappt. Bilder: Grüner (6)
Kultur
Waldsassen
28.11.2016
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Lorena Helm ist neun Jahre alt und nutzt jede freie Minute, um zu malen.

Das Kunsthaus Waldsassen (Kuwa) ist ein echtes Schmuckstück, um das die Klosterstadt sicher viele beneiden. Entstanden ist es letztendlich durch eine Herbergssuche. Ein Bild, das hervorragend zur Weihnachtszeit passt. Genauso wie die derzeitige Ausstellung.

Das kam so: Der Waldsassener Objekt-Künstler und Vorsitzende des Kuwa, Wolfgang Horn fand im häuslichen Umfeld kaum mehr Platz für seine Werke. Aus dem Grund machte er sich auf die Suche nach einem Unterbringungsort dafür. Mit dem zweiten Vorsitzenden des Kuwa, Markus Braun, einem Planer aus Leidenschaft und ziemlich bester Freund des Künstlers, hatte er den richtigen Partner für die architektonische Realisierung. Und schließlich hatte zum richtigen Zeitpunkt Bürgermeister Bernd Sommer das passende Objekt und das Wissen, wie man für so ein Projekt die nötigen Förderungen bekommt.

Wolfgang Horn


Mit zwei weiteren Kollegen bestreitet Wolfgang Horn derzeit die Weihnachtsausstellung im Kunsthaus. Der Künstler liebt Holz und er mag Größe. In seinen Skulpturen vereint er beides zu großartigen Gebilden, die nicht nur dekorativ, sondern in gleichem Maße aussagekräftig sind. Der Werkstoff Holz begleitet den gelernten Schreiner schon immer. Skulpturen mit zwei bis drei Metern Höhe sind der Normalfall. Auch mit Pinsel und Farbe ist Horn durchaus in der Lage sich auszudrücken, was sich in der Ausstellung aber auf die Fassung mancher Holzteile beschränkt.

Regina Zrenner


Die zweite im Bunde ist Regina Zrenner. Die Waldsassenerin zwingt Metall in Formen, die der kalte Werkstoff niemals selbst zustande bringen würde. Die Oberfläche der meist großen Objekte ist oft hochglanzpoliert, kommt aber nicht selten, "veredelt" von den Unbilden des rauen Stiftländer Wetters daher. Das mehr oder weniger lange "Reifen" der Werke passiert meist im eigenen Garten. Da kann viel Zeit vergehen, bevor sie den hohen Ansprüchen der Künstlerin entsprechen.

Egal ob hochglänzend aufpoliert oder mit der Patina der Oxidation verändert, ist oft ein hoher Anteil an Blattgold mit den Werken verschmolzen. Das verleiht den eiskalten, chromglänzenden Metallteilen optisch die Wärme, welche sie auch als echte Bereicherung fürs heimische Wohnzimmer qualifizieren. Zrenner hat irgendwann entdeckt, dass Metall mittels diverser Werkzeuge in ihrer Hand durchaus biegsam ist. Die Erkenntnis verleitete zum Experimentieren.

Die Zeit der Versuche ist Geschichte und Regina Zrenner hat längst ihren eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt, mit dem sie dem Eisen einen ganz besonderen Ausdruck verleiht, regelrechte Bilder erschafft und der eigenen Fantasie des Betrachters den nötigen Raum lässt.

Tom Brankovic


Ganz anders der dritte Akteur, Tom Brankovic. Er zeigt bei der Präsentation 20 Ikonen-Bilder. Die hat der Schönkircher nicht klassisch auf Holzbrettchen gemalt sondern auf moderne Art und Weise auf Leinwand, quadratisch oder rechteckig und eingerahmt. Bis auf zwei, die als kleine Holz-Objekte gestaltet sind. Auch Steine dienen ihm bei diesem Genre als Unterlage. Der gebürtige Serbe hat sich die Malerei autodidaktisch erarbeitet.

Neben diesen religiösen Motiven ist er in der Region vor allem aber auch durch seine surrealistische Malerei bekannt. Das Strahlen in seinen Bilder erreicht er dadurch, dass er die Farben in mehreren Schichten übereinanderlegt. Die einzelnen Farbfelder begrenzt er mit feinen Linien, so dass die Komposition deutlich hervortritt. Garniert werden die Kunstwerke der Großen durch die einer noch ganz jungen Künstlerin. Lorena Helm ist neun und nutzt jede freie Minute, um sich malerisch auszudrücken. Drei Bilder in der Präsentation zeugen von ihrem Talent. Die musikalische Kunst lieferte bei der Vernissage Klaus Rosner auf seinem Marimbaphon. Jennifer Horn stellte die Künstler vor.

Besondere Atmosphäre


Bürgermeister Bernd Sommer sprach von eine ganz besonderen Atmosphäre im Kunsthaus, in der er sich wohl und gleichermaßen zu Hause fühle. Kunst bringe Menschen unterschiedlichster Ausrichtungen zusammen. Das Kunsthaus eigne sich hervorragend dafür, sich kennenzulernen, auszutauschen und sich gegenseitig zu bereichern. "Die Künstler brauchen den Betrachter als Bewunderer. Wenn die Bewunderung soweit geht, dass jemand sagt, das Werk will ich besitzen - ich glaube auch das ist möglich", gab er den Vernissagegästen mit auf den Weg.

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/

Wenn die Bewunderung soweit geht, dass jemand sagt, das Werk will ich besitzen - ich glaube auch das ist möglich.Bürgermeister Bernd Sommer
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