Allzweckmittel Schleierfahndung

Die Vertreter der Städte und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Waldsassen ließen sich jetzt detailliert über die Sicherheitslage informieren. Mit dabei war auch Regina Kestel als Vertreterin des Landratsamts Tirschenreuth. Von links Hubert Schricker und Georg Ziegler (Leiter Fahndungsgruppe) von der Polizeiinspektion, Regina Kestel, die Bürgermeister Bernd Sommer (Waldsassen) und Johann Burger (Leonberg), Roland Grillmeier (Mitterteich) sowie Klaus Meyer (Neualbenreuth) und Reinhard W
Lokales
Waldsassen
27.06.2015
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Wegen der Lücken im Schichtdienst müssen die Männer in zivil ran. Aber gerade die bringen der Polizeiinspektion die meisten Erfolge.

"Die hohe Aufklärungsquote erklärt sich durch die Fahndungsgruppe", erklärte Reinhold Schreyer zu Beginn des Sicherheitsgesprächs mit Vertretern der Gemeinden im Dienstbereich. Mit 81,8 Prozent liegt die Polizeiinspektion Waldsassen deutlich über dem Schnitt in der Oberpfalz (64,8) und in Bayern (64,4). Zwei Drittel der Fälle entfielen auf die Fahnder; der größte Teil Rauschgift-Delikte. Georg Ziegler, Leiter der Fahndungsgruppe, sprach im Zusammenhang mit seinen Leuten von einem "Allzweckmittel". Eine bedeutende Rolle spiele dabei die große Erfahrung. "Die ist durch nichts zu ersetzen." Denn die Beamten, früher schon bei den Grenzkontrollen im Einsatz, hätten ein besonderes Gespür.

Genügend Arbeit

Die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität allerdings verzeichnet einen Rückgang um 2,4 Prozent bei den Aufgriffszahlen. Andererseits hätten die Beamten genügend Arbeit, wie Reinhold Schreyer mit dem Hinweis auf die Statistik unterstreicht. In Anbetracht der Überlegungen, nach den Erfahrungen während des G7-Gipfels zusätzliche Schleierfahnder einzusetzen, ging Schreyer davon aus, "... dass wir Unterstützung bekommen, damit wir die Grenze besser überwachen können." Die Aufstockung des Personals werde aber nicht sofort erfolgen. Auf vorerst einige wenige Kräfte für den Schichtdienst hoffte der Inspektionschef - und warb um Unterstützung seitens der Politik. Die Anzahl der im Schichtdienst eingesetzten Beamten sei unter Soll. "Aber ich muss die Schicht soweit ausstatten, dass es funktioniert." Dies sei vielfach nur mit Kräften aus der Schleierfahndung möglich. Die würden dort aber ebenso dringend gebraucht.

Acht Jahre bis zur Rückkehr

Auf Nachfrage von Regina Kestel erläuterten die Polizeibeamten, dass es keinen Personalmangel bei der Polizei gebe. Aber junge Leute, die jetzt zur Polizei gingen, würden erst in den Ballungszentren eingesetzt. Im Schnitt gut acht Jahre vergingen, bis sie in die Region zurückkehrten. "Sie leisten Großartiges", sprach Bürgermeister Ernst Neumann den Beamten sein Kompliment aus, speziell den Fahndern. Der Mitterteicher Bürgermeister Roland Grillmeier sprach von einem hohen Sicherheitsgefühl in der Region. "Man sieht immer noch offene Garagentore."

Bernd Sommer unterstrich die Notwendigkeit einer personellen Aufstockung. "Wenn die Fahnder draußen sind greifen sie auch auf." Dazu gehörten ordentliche Voraussetzungen für die Arbeit. "In Waldsassen muss investiert werden", forderte der Bürgermeister und wünschte sich, das in München dringende Maßnahmen "... nicht abgeschmettert werden, wenn's ums Geld geht".
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