Ausbildungsmesse als Einstieg für eine Ausbildung vor Ort
Chance auch für Schwächere

In den Räumen der Realschule im Stiftland in Waldsassen werden jungen Leuten bei der Ausbildungsmesse am 14. März berufliche Möglichkeiten aufgezeigt. Die Beteiligten besprachen jetzt die Einzelheiten. Sitzend (von links) Kerstin Janke, Karl Arnold, Gerlinde Englmann, Birgit Trummer, Manfred Dietrich sowie stehend (von links) Martin Faget, Bernd Sommer, Willi Prechtl, Alfred Benkner, Franz Kiener , Josef Hecht, Thomas Baumgärtner. Bild: kdi
Lokales
Waldsassen
02.03.2015
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Kreishandwerksmeister Karl Arnold regte an, durch das Herausstellen der Attraktivität des Handwerks den "Akademisierungswahn" zu stoppen. "Wir brauchen nicht nur 1er-Schüler, sondern auch solche, die gewillt sind, zu arbeiten." Franz Kiener von der Agentur für Arbeit wies darauf hin, dass die Firmen und Betriebe bei der Ausbildungsmesse auch Schwächeren Chancen einräumen. Rektor Willi Prechtl berichtete, dass viele schwächere Schüler ihre Ausbildung aus verschiedenen Gründen vielfach wieder abbrächen. Ausbildungsbegleitende Hilfen sollten mehr in Anspruch genommen werden. Bürgermeister Bernd Sommer stellte fest, dass die Ausbildungsmesse den Schülern Gelegenheit bietee, Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der näheren Umgebung zu finden. So könnten sie "am Ort bleiben" und müssten nicht in die Städte abwandern. Jeder mit seinen Fähigkeiten werde in der Region gebraucht. "Wir brauchen jeden mit seinen Fähigkeiten", so Sommer.

Konrektor Alfred Benkner von der Mädchenrealschule bemerkte, dass soziale Berufe vor allem von Mädchen ergriffen werden. Vielfach sei es aber mit den in diesen Branchen angebotenen Gehältern kaum möglich, eine Familie zu gründen. Eltern weckten auch falsche Vorstellungen, wonach vor allem Büro-Berufe im Fokus stünden. Auch nach einer beruflichen Ausbildung und einer Lehre nach dem Realschulabschluss sei ein weiterführendes Studium möglich. Manfred Dietrich, Wirtschaftsförderer und Geschäftsführer des Gründerzentrums, sah es durchaus als interessant an, wenn junge Männer als Erzieher in Kindergärten oder als Pfleger in Sozialeinrichtungen ihr Berufsziel sehen. In dieser Hinsicht fehle seiner Meinung nach der Zivildienst, nach dem die "Zivis" oft einen pflegerischen Beruf ergriffen hätten. Auch sei ein gewisses Alter Voraussetzung, um ein Berufsziel ins Auge zu fassen. Dazu fehle eben die Zeit der Bundeswehr. "Wir sollten stolz darauf sein, was wir in unserer Region den jungen Leuten an Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeit bieten."
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