Badegast spürt Baustelle

Bereits im Juli war der Abschluss der Modernisierungsmaßnahmen im Kurmittelhaus gefeiert worden. Nach dem Festakt im Zelt nebenan trafen sich die Gäste auf der Galerie. Archivbild: pz
Lokales
Waldsassen
04.11.2014
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Schon zur "Einweihung der Modernisierungsmaßnahmen" im Juli zeigte sich: Die Handwerker werden noch eine Weile im Kurmittelhaus bleiben. Ganz weg sind sie immer noch nicht. Das nervt. Vor allem Gäste von auswärts.

Dabei versprechen die Prospekte, verschickt Anfang 2014, nach Abschluss der Arbeiten "ein schöneres und moderneres Bad". Auf die "Modernisierungsmaßnahmen während des laufenden Betriebs" hatten sich Gerhard Geiger und sein Team während der Arbeiten noch leicht hinaus reden, um Verständnis werben können. Inzwischen allerdings reagieren Gäste sauer: Denn einerseits wird immer wieder auf das Ende der Sanierung hingewiesen, andererseits dauern die Arbeiten an.

Josef Förster aus Essen - seit 1978 regelmäßiger Besucher in der Region und im Sibyllenbad - hat jetzt genug. Er macht seinem Ärger in einem Schreiben an Bezirkstagspräsident Franz Löffler Luft.

Emotionale Bindung

Dass sich Förster nicht schon längst nach einem anderen Urlaubsort umgeschaut hat, liegt an der in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten aufgebauten "persönlichen und emotionalen Bindung" - zu den Menschen, der Natur, der Landschaft. "Wir machten im März Urlaub und landeten in einer Baustelle, wir machten im Mai Urlaub und landeten in einer Baustelle und wir machten Ende September Urlaub und landeten wieder in einer Baustelle", heißt es in dem Brief. Förster verweist auf offene Decken, Absperrungen, Provisorien, Arbeiten in der Schwimmhalle, Lärm, Dreck und Chaos. Und beklagt, dass deswegen der "Erholungs- und Entspannungseffekt ... nachhaltig beeinträchtigt" ist. Und weiter heißt es: "Anders als robuste und oberflächliche Bustouristen für einen Tag, die schon bald dem nächsten Event zustreben, bleiben wir vor Ort und wollen uns erholen."

Verständnis

"Das berührt mich schon und geht nicht spurlos an mir vorüber", sagt Bezirkstagspräsident Franz Löffler über das Schreiben von Josef Förster und zeigt für dessen Verärgerung durchaus Verständnis. "Man sollte aber nicht übersehen, dass uns das viel Kraft gekostet hat", wirbt Löffler darum, den guten Willen des Zweckverbands nicht zu verkennen. Die Sanierung des Bades sei notwendig gewesen, für Arbeiten während des laufenden Betriebs eine klare Entscheidungen gefallen. "Dass da mancher Gast Baustelle spürt, kann ich nicht leugnen."

"Die Sanierung eines solchen Hauses birgt immer Überraschungen", räumt Löffler ein, dass die Arbeiten viel länger dauerten als geplant. Der Zweckverbands-Vorsitzende legt aber Wert auf die Feststellung, dass die wesentlichen Bereiche des Bades seit der Einweihungsfeier im Juli weitgehend benutzbar gewesen wären, ohne Beeinträchtigungen. "Wir wollen den Leuten doch nichts vormachen."
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