"Bagger rollen in einem Jahr"

Dieser Anblick des sogenannten "Mühlenviertels" in der Brauhausgasse wird bald Geschichte sein. Teile des Areals, werden abgebrochen, andere saniert und neue aufgebaut. Das Gesamtkonzept für die neue Nutzung soll spätestens im Sommer 2018 abgeschlossen sein. Bilder: Grüner (4)
Lokales
Waldsassen
20.11.2015
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Unter der Regie von Äbtissin Laetitia gewann das Kloster neuen Glanz. Das sogenannte "Mühlenviertel" in der Brauhausgasse ist der letzte Schandfleck im weitläufigen Areal der Abtei. Das soll sich bald ändern.

"Der Abbruch beginnt im Herbst kommenden Jahres", sagt die Äbtissin. Nach einem runden Tisch, um den sie im vergangenen Jahr mögliche Geldgeber versammelte, folgte heuer im Sommer ein weiterer. Wusste bei der Erstauflage noch niemand, woher die 10,5 Millionen Euro für die Sanierung des "Mühlenviertels" kommen sollen, sieht das heute viel besser aus.

Bereitschaft signalisiert

So unterstützt die Stadt über die Städtebauförderung das Projekt. Bürgermeister Bernd Sommer hofft, damit schon einen beträchtlichen Teil der Summe abdecken zu können. Auch die Restfinanzierung sei auf einem gutem Weg, erklärte die Äbtissin im Gespräch mit unserer Zeitung. Mehrere potenzielle Zuschussgeber hätten Bereitschaft signalisiert. Anfang kommenden Jahres werden die Anträge gestellt - "eigentlich nur noch Formsache." Konkrete Summen verriet die Ordensfrau nicht. Als Schirmherrin steht die Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, Emilia Müller hinter dem Projekt. Genauso wie ihr Chef, Ministerpräsident Horst Seehofer, den die Äbtissin diesbezüglich vor kurzem besucht hat. Neben der Kommune hätten auch der Bezirk, der später auch den Betrieb fördere, und vor allem das Land Bayern Zahlungsbereitschaft signalisiert.

Optimal und schwierig

Auch der Landesbehindertenplan des Sozialministeriums, der Entschädigungsfonds und Mittel aus der Denkmalpflege des Freistaates greifen hier. "Wir haben die bestmögliche Förderung ausgelotet", ist sich die Klosterchefin sicher. Die Zusage der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) für 22 Behinderten-Wohnplätze liegt bereits vor. Auch die, dass die Caritas nach dem Bau in das Gebäude einzieht.

Tragfähige Zusagen

Ein Lächeln auf das Gesicht der Äbtissin zaubert auch die Tatsache, dass Caritas und KJF von sich aus einen langfristigen Nutzungsvertrag anstreben. Von zwischen 20 und 25 Jahren ist dabei die Rede. "Das alles sind sehr tragfähige Zusagen", sagt die Ordensfrau. "Alles eigentlich optimal und doch auch wieder optimal schwierig", beschreibt sie den Wermutstropfen in Form von 2,8 Millionen Euro, die als Eigenmittel beim Kloster hängen bleiben. Aber auch da werde es Lösungen geben. So habe Bischof Rudolf Voderholzer der Klosterchefin versprochen, dass sich die Diözese an den Eigenmitteln beteiligt. Seit einem halben Jahr ist Äbtissin Laetitia damit beschäftigt Kontakte zu möglichen Geldgebern zu knüpfen.

Stiftungen wie Denkmalschutz, die Fernsehlotterie "Glücksspirale" und die Bayerische Landesstiftung hätten bereits positiv reagiert. Von fünf, sechs weiteren Stellen erwartet sie noch eine Rückmeldung. Jemand habe ihr einen Zeitungsausschnitt geschickt, in dem die 50 reichsten Leute der Welt und Deutschlands aufgelistet sind. "Das ist mein Spickzettel", sagt sie. Bei zwei der darin vorkommenden Stiftungen hofft sie, über persönliche Verbindungen Zuschüsse zu bekommen. Falls es nicht klappe, wovon sie überhaupt nicht ausgeht, gebe es auch einen Plan B.

Diese Alternative sehe vor, die Eigenmittel über die Mieteinnahmen zu refinanzieren. "Durchgerechnet ist das bereits. Es würde funktionieren. Aber diese Last möchte ich meiner Nachfolgerin nicht aufbürden. Wir verdienen an den Mieten nichts. Sie sollen als reine Rücklagen dienen für spätere Instandhaltungen." (Info-Kasten)
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