Beinbruch beim Balztanz

Matthias Frank inmitten einiger seiner "Straußenkücken". Innerhalb von gut einem halben Jahr sind sie von etwa 30 Zentimetern auf eine Höhe von gut zwei Metern herangewachsen. Anfangs wog ein Tier 500 Gramm, jetzt etwa 35 Kilogramm. Bild: Grüner
Lokales
Waldsassen
05.03.2015
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Vor gut sieben Monaten wogen die Straußenkücken am Mitterhof etwa 500 Gramm. Jetzt sind sie zwei Meter hoch und 35 Kilogramm schwer. Die größte Baustelle ist derzeit das Café mit Hofladen. Mitte April soll es fertig sein.

Von den 20 Straußenkücken, die die Familie Frank damals gekauft hat, haben 14 Vögel überlebt. "Eine hervorragende Quote", sagt Matthias Frank, der erklärt, dass man bei der Kückenaufzucht von einer Sterblichkeit von 80 bis 50 Prozent ausgeht. Einer der Vögel hatte sich den Fuß gebrochen. Das Todesurteil für einen Laufvogel.

Ein Tier der Stammherde habe das gleiche Schicksal ereilt. Besonders bei den spektakulären Balztänzen der Hähne sei die Gefahr eines Beinbruchs groß. "Die pure Lebensfreude kostet da so manchem Tier das Leben." Magenverstopfungen seien bei Straußen die zweithäufigste Todesursache.

Nachdem es in Deutschland Straußenfarmen erst seit etwa 50 Jahren gäbe, seien auch nicht allzu viele Erfahrungswerte vorhanden. Selbst die Veterinäre seien da noch in der Lernphase, sagt Frank. Nachdem Matthias und Vater Reinhard bereits im Oktober ihr Schlachtzertifikat für Strauße bekommen haben, konnten sie die betroffenen Tiere schnell fachmännisch von ihren Leiden erlösen. Dabei fielen auch die ersten Straußensteaks für die Familie ab.

Noch nicht schlachtreif

Bis es Straußenfleisch und andere Produkte der Vögel am Mitterhof zu kaufen gibt, wird aber noch einige Zeit vergehen. Nachdem die Tiere mit etwa 18 Monaten schlachtreif sind, zieht noch etwa ein Jahr ins Land, bis sie als Fleischlieferanten taugen. Die Voraussetzungen für die Vermarktung direkt ab Hof treffen die Franks bereits.

Derzeit sind sie damit beschäftigt das ehemalige Küchen- und Speisengebäude der Zisterzienserinnen als Hofladen und Café herzurichten. 60 Quadratmeter ist der Raum mit dem herrlichen Gewölbe. "Einst waren das fünf Zimmer erklärt Frank. "Da gab es je ein Speisezimmer für Knechte, Mägde und die Arbeits-Schwestern und die Küche war da auch noch zum Teil mit untergebracht." Bei den Führungen sollen die Gäste hier bereits ab Mitte April mit Kaffee und Kuchen verwöhnt werden.

Terrassenblick auf Tiere

Später soll das der Hofladen werden und das Café zieht um in den rückwärtigen Teil des Wohnhauses. Die dortige Terrasse soll dabei verlängert werden. Da können die Gäste dann gemütlich sitzen und die verschiedenen Tiere in ihren Gattern betrachten. Pferde, Esel, Lamas und natürlich Strauße werden das sein. "Das wird ein echter Erlebnisbauernhof", schwärmt Matthias Frank.
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