Benediktiner-Chef rockt die Abtei

Christian Ries, Roman Gläser, Notker Wolf und Peter Hoffmann (von links) in Aktion. Mit der gleichen roten Yamaha E-Gitarre hat Carlos Santana die Riffs zu Welthits wie "Samba Pa Ti" oder "Europe" eingespielt. Bilder: Grüner
Lokales
Waldsassen
03.10.2015
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Zugegeben, es ist schon ein wenig befremdlich wenn ein Ordensmann auf der Bühne steht und zu "Highway to Hell" rockt. Aber für Abtprimas Notker Wolf ist das kein Widerspruch. Er schätzt Rockmusik der 1970er und sagt: "Was die heute machen ist langweilig!"

Anlässlich der Klosterjubiläen, 150 Jahre Mädchenbildung im Kloster und 20 Jahre Äbtissin Laetitia gab er sich die am Freitagabend in der neuen Turnhalle der Mädchenrealschule mit seiner Band "Feedback" die Ehre.

Meist eigene Songs

Notker Wolf ist 75 und tourt seit 1991, wenn es seine Zeit erlaubt, mit den Jungs durch die Lande. Neben ihm gehören Christian Ries, Lorenz Doppel, Peter Hoffmann sowie Roland und Ramon Gläser zur Band. Es gibt drei CDs. Die Songs der aktuellen, "No Lies" bildeten die Basis des zweieinhalbstündigen Konzerts. Garniert waren die eigenen Lieder mit gecoverten Klassikern wie "Smoke on The Water" von "Deep Purple" oder "Locomotive Breath" von "Jethro Tull". Übrigens das erste Stück, das der Abtprimas 1991 mit der Band einstudiert hat. Notker Wolf spielt excellent Querflöte und vor über 40 Jahren war Ian Anderson, Frontmann von "Jethro Tull", derjenige, der dieses Instrument für die Rockszene etabliert hat.

Lieder mit kritischen Texten

Heute lebt es bei "Feedback" weiter und kommt durch Notker Wolf wieder zu Ehren in diesem Genre. "Feedback" unterscheiden sich neben einem Abt als Bandmitglied auch dadurch von den meisten Rockgruppen, weil ihre Lieder gehaltvolle und mahnende Texte aufweisen.

In "Devils Paradise", "LSD" oder "Help me" befassen sie sich mit den Abgründen unserer Gegenwart. "Feedback" sind Liedermacher, die ihre Botschaften im Stil des guten alten Hardrock zu ihren Fans transportieren. Die waren übrigens zahlreich zum Benefizkonzert gekommen, bei dem die Jungs auf der Bühne auch musikalisch vollends überzeugten.

Die geniale Stimme von Roland Gläser passt zum Sound und erinnert an Größen wie Ian Gillan, David Coverdale oder David Byron zu deren besten Zeiten. Leadgitarrist, Christian Ries ist ein echter Könner auf den sechs Saiten, die die Rockwelt bedeuten. Viele seiner Riffs sind denen vom legendären Deep Purple-Gitarristen Ritchie Blackmoore nicht unähnlich.

Jenseits aller Vergleiche, die die Jungs in keinster Weise scheuen müssen, machen sie fantastische Musik, hervorragend abgemischt von der Crew am Mischpult. Roman Gläser am Schlagzeug und Lorenz Doppel am Bass errichteten das solide Fundament auf dem die Solisten hervorragend aufbauen konnten. Peter Hoffmann war mit seinem Keyboard die Brücke zwischen diesen beiden Klangwelten.

Oberpfälzer halt

Lange dauerte es, bis das Oberpfälzer Publikum aus sich herausging und sich von der Musik tragen lies. Nicht, weil die nicht hervorragend gewesen wäre, sondern nur deshalb, weil Oberpfälzer halt so sind.

Erst als die Rock-Hymne schlechthin, "Smoke on The Water" aus den Boxen dröhnte, kochte der Saal, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Vielleicht ein klein wenig spät, weil das war die zweite Zugabe und damit das letzte Lied des Abends.


Notker Wolf ist der Abtprimas der Benediktiner also Chef des Ordens weltweit. Der 75-Jährige tourt, wenn es seine Zeit erlaubt, mit der Rockband Feedback durch die Lande. Anlässlich der beiden Klosterjubiläen an diesem Wochenende gab er sich das zweite Mal seit 2008 die Ehre. Er spielt Gitarre und Querflöte. Neben eigenen Songs brachte die Band unter anderem Smoke on the Water von Deep Purple, Locomotive Breath von Jethro Tull und Highway to Hell von ACDC zu Gehör. Bilder: Norbert Grüner
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