Besinnen auf Inhalt der Bibel

Den Reformationstag feierten die drei evangelischen Gemeinden im Stifland in Waldsassen. Auf den Gottesdienst in der Friedenskirche folgte ein Stehempfang im Gemeindezentrum. Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
03.11.2015
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Die drei evangelischen Kirchengemeinden Tirschenreuth, Mitterteich und Waldsassen feierten gemeinsam den Reformationstag. Prediger war Pfarrer Ralf Knoblauch.

Den Abendmahlsgottesdienst in der Friedenskirche gestalteten der Posaunenchor und der Familienchor. Pfarrer Knoblauch ging der Frage nach, wie die Ereignisse des Jahres 1517 um den rebellischen Mönch Martin Luther aus Wittenberg und die Bergpredigt des Jesus aus Nazareth in unsere Zeit hineinpassen. Vielen Menschen wäre es lieber, wenn sich die Kirchen aus der Politik heraushielten; für sie gehöre Religion zu den privaten Dingen des Einzelnen. "Zur Zeit Jesu und zurzeit Martin Luthers war das ganz anders." Für Luther war es geradezu unerträglich, dass Bischöfe mitgemischt haben, wenn es um die Eroberung von Ländereien ging, um die Besetzung hoher politischer Ämter, oder um die Vergrößerung des Reichtums.

Die weltlichen Fürsten hätten sich von den Kirchenfürsten so gut wie gar nicht unterschieden. Ganz im Gegenteil: "Wer sich mit dem Klerus gut verstand, dem war die Karriere sicher", sagte Pfarrer Knoblauch. "Politische Karriere macht man heute eher, wenn man mit der Kirche nicht zu viel am Hut hat." Mit der Bibel in der Hand ließen sich keine politischen Ziele verkaufen, keine Wählerstimmen gewinnen. Angefangen von den Problemen der Flüchtlinge und Asylanten, über die sozialen Belange für Kranke und Rentner, hin zum Wohnungsbau und den Erhalt von Arbeitsplätzen bis zum Schutz des ungeborenen Lebens. Wo ließen sich solche Themen unter ethischer oder gar biblischer Sichtweise an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen?

Jeder und jede sei sich selbst am nächsten, ob es sich dabei um eine politische, eine wirtschaftliche oder eine andere Karriere gehe - die Enthüllungen bei der Fifa sprächen für sich. "Und die Kirchen?", fragte der Prediger weiter. Die Bischofssynode im Vatikan habe einiges ans Licht gebracht. Auch die Entwicklung der Landeskirche scheine nicht immer vom Hl. Geist inspiriert zu sein. "Beide Kirchen klagen über hohe Austrittszahlen und die Gottesdienstbesucher werden ebenfalls immer weniger", sagte der Pfarrer und meinte: "So sieht es aus, liebe Gemeinde, am Reformationsfest 2015."

Innere Umkehr

"Wir müssen uns wieder verstärkt auf den Inhalt der Bibel besinnen und darüber nachdenken, wo es mit uns und dieser Schöpfung hingeht." Dazu bedürfe es zunächst einer inneren Umkehr und die Bitte um Gottes Vergebung, sagte Pfarrer Ralph Knoblauch. (Weiterer Bericht)
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