Besserer Start in den Schulalltag

Gut 20 Kinder nehmen den Service in Anspruch. Von links Monika Poss mit Kinderhaus-Leiterin Brigitte Nickl, Klaus Schuster vom Obst- und Gartenbauverein, Bürgermeister Bernd Sommer und Grundschule-Leiterin Maria Piendl und rechts hinten Silvia Engel. Sie versorgt gerade ihre Frühstücks-Gäste mit Kakao. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
18.03.2015
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Der Bub ist begeistert von den Cornflakes. Und das Mädchen, das zusammen mit zwei weiteren Kindern am Tisch sitzt, gefällt besonders die "richtig große Auswahl" an dem kleinen Frühstücksbüfett.

Das Backwaren-Sortiment liefert täglich die Bäckerei Rosner an. Wurst, Käse, Marmelade sowie Gurken, Tomaten und gekochte Eier stehen auf dem Tisch, an dem sich die Kinder bedienen dürfen. "Nur Nutella gibt es keines", sagt Monika Poss - und fügt nebenbei hinzu, dass nach der bei Kindern sonst beliebten Schokocreme noch gar nicht gefragt worden wäre.

Monika Poss bildet zusammen mit Silvia Engel das "Frühstückslotsen"-Team. In der Mensa des Kinderhorts in den Räumen der Markgraf-Diepold-Grundschule ist jetzt schon vor 7 Uhr Betrieb: Denn wenn zwischen 7.15 Uhr und 7.30 Uhr die Frühstücks-Gäste kommen, müssen Monika Poss und Silvia Engel schon alles vorbereitet haben.

Beide Frauen arbeiten im Hort, erledigen den Job morgens aber ehrenamtlich. Wer die "Frühstückslotsen" noch aushilfsweise unterstützen möchte, kann sich gerne in der Grundschule melden.

20 Kinder nutzen Angebot

"Die Kinder würden sich sonst, wenn überhaupt, nur etwas aus dem Kühlschrank holen und alleine essen", weiß Maria Piendl, Leiterin der Markgraf-Diepold-Grundschule, über die Mädchen und Buben, die das Angebot gerne nutzen. Etwa 20 Kinder, die daheim aus vielerlei Gründen nicht frühstücken, nehmen den Service gratis in Anspruch. Ermöglicht wird dies durch ein bayernweites Pilotprojekt mit 120 Schulen, zu denen die Grundschule gehört: Bedürftige Kinder sollen ein Frühstück erhalten, um in den Schulalltag besser starten zu können. "Die Bedürftigkeit ist weit ausgelegt", sagt Maria Piendl; es gebe keinerlei bürokratischen Aufwand.

Die Kosten übernimmt der Freistaat, Ehrenamtliche betreuen das Projekt. Die Initiative "Denkbar Schulfrühstück" des Bayerischen Lehrerinnen und Lehrerverbands (BLLV) unterstützte bei Organisation und Umsetzung des Angebots; als Träger vor Ort fungiert der Obst- und Gartenbauverein. Dessen Vorsitzender Klaus Schuster sowie Bürgermeister Bernd Sommer und Kinderhaus-Leiterin Brigitte Nickl schauten am Dienstag mit Maria Piendl im Kinderhort vorbei. Die Besucher durften sich davon überzeugen, dass es in der Mensa reibungslos und ohne Probleme läuft.

Soziale Belastung

Nicht nur Kinder aus finanziell schwachen Familien dürften sich an den Frühstückstisch setzen. "Es geht auch um Kinder mit einer hohen sozialen Belastung im Elternhaus." Damit meint die Rektorin besondere Situationen, etwa wenn ein Elternteil länger krank ist oder Alleinerziehende früh arbeiten gehen. "Es geht auch um Kinder, die früh aufstehen müssen und erst später Hunger haben", sagt Maria Piendl - wie der Bub, der täglich aus Cheb-Eger nach Waldsassen zur Schule fährt.

"Das betreute Schulfrühstück bietet eine wertvolle Unterstützung unserer pädagogischen Arbeit im Basisbereich", sagt Maria Piendl und spricht von Ernährung, Kultur, Gemeinschaft und soziales Lernen.
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