Bienen im Allerwertesten

Mit dem Lastenfahrrad eines holländischen Herstellers werden künftig innerorts kleinere Besorgungen erledigt. So ganz nebenbei macht das Pedelec auffallend Werbung für das Kultur- und Begegnungszentrum. Darüber freuen sich (vorne von links) Bernhard Müller, Ramona Schack und Silvan Rosner sowie hinten von links, Claudia Dietz, Wolfgang Meier und Ferdinand Sperber. Bild: Grüner
Lokales
Waldsassen
29.04.2015
49
0

Die Sorten sind alt, die Namen klingen modern. "Black Velvet" oder "Maikönig" sind knackige Salate. Vorgezogene Pflanzen gibt es gegen eine Spende - im Naturerlebnisgarten.

Am 1. Mai beginnt die Saison. Neues und zahlreiche Feste bietet sie. Damit zur Eröffnung alles picobello ist, arbeiten seit Wochen viele fleißige Hände, um das Gelände in Topform zu bringen. Ein oder auch viele Besuche lohnen sich während des Sommers, auch wenn jemand glaubt, den Naturerlebnisgarten zu kennen.

Geöffnet ist er von Mai bis September, täglich von 10 bis 18 Uhr. Wieder warten zahlreiche Attraktionen und Festivitäten auf die Besucher. Qualitativ hochwertig und quantitativ umfangreicher kommt auch das Programmheft des Kultur- und Begegnungszentrums (KuBZ) der Abtei Waldsassen daher. Darin enthalten sind ebenfalls viele Aktionen, die sich im Erlebnisgarten abspielen.

Geschenk Silvan Rosner

Silvan Rosner kniet am Boden und verlegt die letzten Platten vor dem praktisch fertigen neuen Informationszentrum. Der langgediente Stadtarbeiter und seit neuestem Rentner stellt seine Erfahrungen ehrenamtlich zur Verfügung. "Ein Geschenk für uns", betont Ferdinand Sperber, der Geschäftsführer des KuBZ. "Er kann viele Dinge, wo wir sonst Firmen engagieren müssten." Im Pavillon - er erinnert an das Innere eines Bienenstocks - findet der Tourist vieles über Waldsassen und den gesamten Landkreis. In der Hauptsache ist das Prospektmaterial. Dazu gibt es viel Information zu Themen, die sich mit der Natur befassen. Unter anderem auch Umweltschutz und Umweltbildung.

Auch das "Gartenladl" mit Hildegard-, Honig- und Bienenprodukten ist darin integriert. Das Kräuterbuch, das der ehemalige Leiter der Umweltstation, Marco Werner über die Pflanzen im Naturerlebnisgarten herausgegeben hat, kann hier ebenfalls erworben werden. Genauso wie handgeschmiedete Pfannen und Drechselarbeiten aus Holz von Obstbäumen. Den Stiftland-Geschenkkorb mit Produkten aus dem Garten und anderen regionalen Erzeugnissen gibt es ausschließlich hier. Sechs 1,50-Euro-Jobber hat das Jobcenter Tirschenreuth für die Arbeiten abgestellt. Bis September helfen die Leute mit. Die Arbeiten koordiniert Claudia Dietz. Außerdem sind drei Asylbewerber, die in der Klosterstadt leben, mit von der Partie. Sie unterstützen je vier Stunden am Tag das Team.

Fünf junge Leute aus aller Welt verlassen Ende der Woche die "Baustelle Naturerlebnisgarten". Im Rahmen eines internationalen Workcamps haben sie sich zusammen mit ihren beiden Betreuern Philipp Innecken und Annika Wist zwei Wochen auf dem Gelände. Beeindruckt waren die jungen Leute von dem hölzernen Bären mit dem besonderen Innenleben: Im Allerwertesten des Meisters Petz ist ein Bienenstock verborgen. Der Ein- und Ausflugbereich befindet sich in der Bauchgegend.

Internationales Workcamp

Die Work-Camper aus Korea, Russland, Türkei und Großbritannien haben aber nicht nur gearbeitet, sondern auch viel Zeit in die Kultur und das Kennenlernen der Umgebung investiert. Dabei machten sie zum Beispiel eine Radtour nach Eger und waren in einer Zoiglwirtschaft. Im Spielbereich für die kleinen Besucher gibt es jetzt neben dem Bodentrampolin und dem Bodenschach einen riesigen zwei mal sieben Meter großen Sandkasten mit dem entsprechenden Spielzeug. Der geht ebenfalls auf das Konto der Workcamper.

Feste und Aktivitäten

Auch an Festen und kulturellen Aktivitäten fehlt es in dieser Saison nicht. Nach der Eröffnung am 1. Mai geht am 19. Mai wieder die Aktion "Blühendes Waldsassen" über die Bühne. Am 28. Juni findet beim Tag der offenen Gartentür das erste Kräuterfestival im Klostergarten statt. Traditionsgemäß präsentiert der Naturerlebnisgarten zum Bürgerfest am 5. Juli jede Menge Programm. "Von Altbier bis Zoigl - eine Entdeckungsreise in die Welt des Bieres" mit Dr. Johannes Tippmann am 11. Juli war nach 14 Tagen ausgebucht. Am 29. August gibt es eine weitere Auflage davon. Die Obstbörse am 27. September beschließt die Events. Jeden 1. Sonntag im Monat gibt es eine Führung durch den Kneipp-, jeden letzten durch den Hildegard-Garten statt.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder jede Menge an alten Gemüsearten, aus deren Samen sich leicht die nächste Generation ziehen lässt. Das Treibhaus ist voller vorgezogener Pflanzen. Viele davon werden gegen eine Spende abgegeben. Darunter Salate wie "Black Velvet" oder "Maikönig", Cocktailtomaten und russische Eiertomaten. Auch Samenmischungen für Blumenwiesen stehen zur Verfügung, wie etwa die Veitshöchheimer Bienenweide.

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.kubz.de
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.