Bildungsregion ein Baustein

Über die Arbeit und Strategien von Gründerzentrum und Wirtschaftsförderung im Landkreis informierten sich die Freien Wähler im Tirschenreuther Kreistag vor Ort. Bild: hfz
Lokales
Waldsassen
31.05.2015
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Die wirtschaftliche Situation im Landkreis ist besser als viele annehmen. Sagt Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich. Sieht aber dennoch Handlungsbedarf, um auch in Zukunft bestehen zu können.

Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler mit Landrat Wolfgang Lippert besuchten informierten sich im Gründerzentrum Waldsassen über die Arbeit der Wirtschaftsförderung im Landkreis. Dabei ging es um mögliche Strategien zur Ansiedlung von neuen Betrieben und über die Aufgaben und Strukturen des Gründerzentrums. Dessen Leiter Manfred Dietrich erläuterte zunächst die Arbeit dort. "Bei uns geht es vor allem um die Beratung und Begleitung von Existenzgründern. Wir betreuen aktuell über 60 Gründer im Jahr." Das Gründerzentrum stelle dabei Beratung, Bürodienstleistungen und in einigen Fällen auch Produktionsräume zur Verfügung. Eine ganze Reihe von erfolgreichen Betrieben in der Region sei aus dieser Arbeit entstanden. Für die Freien Wähler war das Gründerzentrum ein wichtiger Baustein einer erfolgreichen Wirtschaftsförderung.

Besonders interessant für die Kreispolitiker war dann die Diskussion zu deren Strategien. "Die Arbeitslosenzahlen sind stabil und relativ niedrig, die Produktivität liegt im bayerischen Durchschnitt, die Löhne sind in den letzten Jahren merkbar gestiegen, das Ausbildungsniveau der Beschäftigten und vor allem ihre Leistungsbereitschaft sind hoch", so Wirtschaftsförderer Dietrich. Um in der Zukunft zu bestehen, brauche es aber unbedingt der Ansiedlung neuer Betriebe. Eine entscheidende Frage für die Kreispolitiker war deshalb die Strategie, die der Landkreis dabei verfolgt. "Gute Lernbedingungen in den Schulen, die Förderung der beruflichen Bildung und die deutliche verstärkte Zusammenarbeit mit Fachhochschulen und Universitäten sind wichtige Bausteine", so Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich.

Die Anerkennung des Landkreises als Bildungsregion sei dabei ein erster Schritt, der unbedingt von einer intensiven Zusammenarbeit mit der OTH Weiden/Amberg flankiert werden sollte. Die Freien Wähler sprachen sich für die Einrichtung weiterer Innovativer Lernorte (ILO) im Landkreis Tirschenreuth aus. Auch die Einrichtung einer Technikerschule am Beruflichen Schulzentrum in Wiesau wurde gefordert.

Zur Ansiedlung neuer Unternehmen seien zudem ausreichend große und gut mit Autobahn und Gleis erschlossene Industriegebiete notwendig. Die Freien Wähler befürworteten deshalb ein interkommunales Industriegebiet zwischen Wiesau und Mitterteich als wichtige Voraussetzung für eine weiter positive Entwicklung.

Einig waren sich alle darüber, dass sogenannte weiche Standortfaktoren, wie ein positives Image, gutes Kulturangebot, intakte Umwelt und gute soziale und medizinische Versorgung ebenfalls eine große Rolle bei Investitions- und Standortentscheidung der Wirtschaft spielen.
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