"Bunt statt Blau": Ausstellung in der Realschule im Stiftland befasst sich kreativ mit den ...
Saufen bis zur Bewusstlosigkeit

Bei der Vernissage in der Stiftland-Realschule, von links Harald Vorsatz von der DAK, Rektorin Kerstin Janke, stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, Reiner Summer von der Schulleitung, Polizei-Drogenbeauftragter Harald Fuchs, von der Arbeitsgruppe Prävention, Theresia Schwarz und die Jugendbeauftragte Theresia Kunz. Bild: kdi
Lokales
Waldsassen
18.03.2015
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"Alkohol? Na klar. Die Erwachsenen konsumieren in ja auch - wenn sie feiern, zur Entspannung oder um Ärger hinunter zu spülen". Mit diesen Worten eröffnet Rektorin Kerstin Janke die Vernissage zum Thema "Bunt statt Blau" - einer Wanderausstellung der DAK gegen das "Komasaufen".

Rainer Vorsatz von der DAK zeigte sich erfreut, dass er die Ausstellung "Bunt statt Blau" in der Realschule im Stiftland vorstellen darf. Die Wanderausstellung, so Vorsatz, zeigt 32 Motive der Landes-Gewinner und Sonderpreise "Junge Künstler" um über die Gefahren beim Rauschtrinken aufzuklären. Nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Betroffenen von 2012 zu 2013 um 3,6 Prozent.

Die alarmierenden Zahlen und der Plakatwettbewerb seien ein Ansatz, damit sich Jugendliche kreativ mit dem Thema Alkohol auseinandersetzen. "Ziel wäre eine Alkoholabstinenz für Jugendliche unter 16 Jahren und bei Älteren ein bewusster und vor allem auch selbstbestimmter Umgang mit Alkohol". Für stellvertretenden Landrat Dr. Alfred Scheidler sei es vollkommen unverständlich, dass "man erst so richtig gut drauf sein kann, wenn man entsprechend vorgeglüht hat". Und besonders schlimm erachte Scheidler es, wenn die Jugendlichen das Saufen als Sport betrachten würden und sich zielgerichtet bis zur Bewusstlosigkeit saufen. Wenn auch rechtlich gegen verantwortungslose Gastwirte vorgegangen werden könne, die den Jugendlichen den Alkoholkonsum ermöglichen, sei wichtig die Jugendlichen davon zu überzeugen, dass es "ein Krampf ist" sich bis zur Ohnmacht zu besaufen. Als gelungene Initiative bezeichnete auch der Drogenbeauftragte der Polizei Harald Fuchs die Wanderausstellung der DAK. "Hier erhalten die Schüler eine gute Gelegenheit, sich mit dem Thema Alkoholmissbrauch auseinanderzusetzen."

1,7 Promille vor Beginn

Bei den Einsätzen und Kontrollen würde die Polizei immer wieder alkoholisierte, berauschte, ja sogar bewusstlose Kinder und Jugendliche antreffen. Zwei Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit verdeutlichten diese Tatsache. Auch das Rauchen von sogenannten "Legal Highs", Kräutermischungen die als Rauch-Mischungen oder Badesalze vertrieben werden, sind Ursache von erheblichen Ausfallerscheinungen. Bei einer Jugendkontrolle in Mitterteich wurde ein Jugendlicher schon vor Beginn der Veranstaltung mit einem Blutalkoholwert von 1,7 Promille angetroffen. Kinder und Jugendliche über die Normen und Gefahren im Umgang mit Alkohol aufzuklären und ihnen bei der Entwicklung und Stärkung ihrer Persönlichkeit und ihres Selbstbewusstseins mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, dazu sind alle aufgerufen. "Denn nur selbstbewusste Kinder sind in der Lage, kritisch und verantwortungsvoll mit dem Thema Alkohol und anderen Risiken umzugehen und im entsprechenden Fall auch Nein zu sagen."

Beim Rundgang kamen noch die ein oder anderen Gesichtspunkte zur Sprache. Musikalisch gestalteten die Vernissage das Schulorchester unter Leitung von Josef Härtl, Studienrätin Irene Köllner trug mit einer Gesangseinlage zum Gelingen bei.
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