Christlich-humane Leistungsschule

Lokales
Waldsassen
04.10.2015
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Zunächst liefen die vier Mädels im Zisterzienserinnen-Habit ein. Später, in normaler Kleidung, ernteten sie mit manch launiger Bemerkung Beifall - etwa nach dem Stück des Schulchors "Hold back the river", was übersetzt heißt "Halte den Fluss zurück".

So ein Schmarrn", sagte eine und die andere fragte augenzwinkernd: "Vielleicht den Redefluss?" Die Schulsprecherinnen Lea Doppler, Lucia Müller, Lea Klarner und Anna-Lena Achatz führten beim Festakt zum Jubiläum "150 Jahre Mädchenbildung" in der Aula des Klosters durchs Programm.

Festredner Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und eine Reihe Ehrengäste beglückwünschten die Abtei und die Schulfamilie zum Jubiläum "150 Jahre klösterliche Mädchenbildung in der Abtei Waldsassen". Dr. Spaenle ging auf die historische Bedeutung der Klöster im Europa des Mittelalters für die Bildung der Menschen ein. Ordensleute hätten in Zeiten des Aufbruchs dafür gesorgt, "... dass junge Menschen in der ständisch geprägten Gesellschaft nach Talenten gefragt, diese erkannt und gefördert wurden."

In der hierarchisch geprägten Gesellschaft sei es besonderer Auftrag des klösterlichen Bildungswesens gewesen, dass der Weg durch alle Schichten möglich war.

Monoedukative Erziehung

Der Kultusminister trat unmissverständlich für die monoedukative Erziehung an der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen ein. "Es macht Sinn, dass Mädchen und Buben für sich allein ein Stück weit eines Lebens- und Bildungsweges gehen", sagte Dr. Spaenle und stellte den Nutzen der differenzierten Beschulung entsprechend der geschlechterspezifisch unterschiedlichen Begabungen heraus, "...ein reformpädagogisches Anliegen, das auf uralten Wurzeln fußt." Dies sei ein Stück der "christlich-humanen Leistungsschule", sagte der Kultusminister und griff das Prädikat für die Mädchenrealschule auf, das zuvor Direktorin Kerstin Reiter in ihrer gemeinsamen Ansprache mit Äbtissin Laetitia Fech benutzt hatte.

Partnerschaft unverzichtbar

Die Partnerschaft der öffentlichen Schulen und der Schulen in privater Trägerschaft nannte der Festredner unverzichtbar. "Sie sind besonderes Erbe und Tradition, die Bildung zu dem gemacht hat, was es im alten Europa ist - zum Mittel des individuellen Aufstiegs in den Gesellschaften", so Dr. Spaenle. Auch deshalb sei die Existenzsicherung nichtstaatlicher Schulen im Grundgesetz verankert. (Weiterer Bericht Seite 31)

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