Das Schicksal mutig annehmen

Bürgermeister Bernd Sommer (links) eröffnete die Vernissage in den Räumen der Raiffeisenbank. Zu sehen sind Werke des mit dem Mund malenden Künstlers Markus Kostka (Dritter von links). Bild: jr
Lokales
Waldsassen
12.10.2014
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Markus Kostka ist querschnittsgelähmt. Den Lebensmut hat er nie verloren. Er malt mit dem Mund. Zusammen mit Schülern gestaltete er nun einen Kunsttag.

Ein Badeunfall veränderte das Leben des heute 47-jährigen Markus Kostka auf dramatische Weise. Der Schicksalsschlag im Alter von 16 Jahren lähmte Kostka vom Hals abwärts. Doch der frühere Leistungssportler, der nun in Regensburg wohnt, ließ sich nicht unterkriegen und schaffte mit der Kunst die "Rückkehr ins Leben". Noch bis 31. Oktober sind Werke des mundmalenden Künstlers im ersten Obergeschoss der Raiffeisen-Zentrale in Waldsassen zu bewundern.

Am Freitag war Markus Kostka im Rahmen eines Kunstprojekts der Lebenshilfe zu Gast. Den ganzen Tag über malte er mit 16 Schülern aus den Grundschulen Mitterteich und Pechbrunn sowie des Förderzentrums Mitterteich ein rund zehn Meter langes Wandbild zum Thema Bauernhof. Mit dabei waren Grundschulrektorin Renate Zuber sowie Schulleiter Uli Sommer und Heilpädagogin Sabine Heß vom Förderzentrum. Neben eigenen Bildern von Markus Kostka steht dieses Wandbild im Mittelpunkt der Ausstellung.

Raiffeisenbank-Vorstand Thomas Wirth betonte bei der Vernissage, dass die Bank der Lebenshilfe schon lange eng verbunden sei. Gerne biete sie der Lebenshilfe ein Forum für ihre Arbeiten. Lebenshilfe-Vorsitzender Karl Haberkorn dankte der Raiffeisenbank für die Möglichkeit, die Arbeiten zu präsentieren. "Gemeinsam mit 16 Kindern hat Markus Kostka einen tollen Kunsttag gestaltet." Das künstlerische Können von Kostka gebe Menschen mit Behinderung Mut, auch nach schweren Schicksalsschlägen nicht aufzugeben. "Sie sind ein Ansporn für andere." Auch Bürgermeister Bernd Sommer dankte Markus Kostka und würdigte die Kreativität. Sommer weiter: "Jeder Mensch ist anders und jeder hat seine ganz eigenen Fähigkeiten." Sommer sah in der Zusammenarbeit des Künstlers mit den Kindern gelebte Inklusion.

Mitterteichs zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier freute sich, dass sich der Künstler mit seinen Arbeiten nicht versteckt, sondern sich am "Marktplatz in einem Bankgebäude" präsentiert. Der Lebenshilfe gratulierte er zur Idee, ihr Jubiläum mit einer solch besonderen Veranstaltung zu feiern.

Schulleiter Uli Sommer (Förderzentrum Mitterteich) hob hervor: "Kunst und Kultur führen die Menschen zusammen. Kultur verbindet." Sommer wusste: "Vieles ist möglich, mit den Füßen Theater spielen, oder mit dem Mund malen. Wir haben es in den vergangenen Tagen eindrucksvoll erlebt." Regina Rosner, die die Ausstellung federführend organisiert hatte, stellte das Kunstprojekt "Mit Händen, Füßen, Herz und Mund" vor und sagte: "Wir Menschen haben viele Formen uns auszudrücken. Dazu gehört auch Kunst ohne Worte." Faszinierend nannte sie die Tatsache, dass Kinder, die sich vorher nicht kannten, beim Kunstprojekt zusammengeführt wurden. Gemeinsam hätten Künstler und Kinder ein Kunstwerk geschaffen, das sich sehen lassen könne.

Erfüllung

Markus Kostka gewährte Einblick in sein Leben, erzählte vom Unfall. Trotz seiner Behinderung habe er sich den Lebensmut nicht nehmen lassen. "Ich habe mein Abitur gemacht und studiert." Zur Malerei kam er, als er im Krankenhaus lag und es ihm langweilig wurde. "Ich malte einen Wasserfall und stellte schnell fest, dies macht Spaß und bringt Erfüllung."
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