Domkapitel in der Glashütte

Prokurist Robert Christ (rechts) erläuterte den Gästen im Ausstellungsraum die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Lamberts-Glas. Bilder: kgg (2)
Lokales
Waldsassen
20.02.2015
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Frühmorgens rollte aufs Firmengelände der Bus mit der Aufschrift "Regensburger Domspatzen". Zum Singen waren die Insassen aber nicht gekommen. Sie interessierten sich für die Flachglasfertigung nach traditionellem Verfahren.

Das Domkapitel der Diözese Regensburg mit Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner an der Spitze war um 6 Uhr in Regensburg aufgebrochen. Denn die Gruppe mit 45 Leuten wollte frühzeitig in Waldsassen sein, um hier den Produktions-Ablauf in der Hütte voll mitzubekommen. Mit dabei waren Architekten des Bischöflichen Baureferats und des Staatlichen Bauamtes, der Dombauhütte, Dom-Aufsicht und Dom-Führung. Prokurist Robert Christ hieß die Besucher willkommen - stellvertretend für Geschäftsführer Hans Reiner Meindl, der auf Geschäftsreise war. Aufgeteilt in drei Gruppen und geführt von Robert Christ, Peter Schöffel und René Friedrich gab es zunächst einen Einblick in die Firmengeschichte. Bei einer Betriebsführung ist den Besuchern die schweißtreibende Glasherstellung vor Augen geführt worden.

Eingebauter UV-Schutz

Im Ausstellungsraum der Glasmanufaktur ist die vielfältige Verarbeitung des Glases aufgezeigt. Robert Christ zeigte anhand von Bildern, wo überall in der Welt Lamberts-Glas von Glaskünstlern und Architekten bei den verschiedensten Projekten verarbeitet wurde. Nachdem viele der Besucher in ihrem Beruf mit Restaurierung und Denkmalschutz zu tun haben, stellte Christ die Neuentwicklung der Firma - ein besonderes Glas, das im Denkmalbereich eingesetzt wird und UV-Strahlen absorbiert. Es sei zum Schutz wertvoller Kunstgegenstände und historischer Einrichtungen entwickelt worden. Laut Christ sei "Restauro" das einzige UV-Schutzglas, bei dem die Filterentwicklung direkt in das Glas und somit beständig integriert ist und nicht durch eine in der Wirkung nachlassende, aufgezogene Folie oder Beschichtung.

Zum Patent angemeldet

Durch diese Art Glas werden Kunstgegenstände in Museen und anderen Einrichtungen vorm Verblassen durch das Licht von außen geschützt. Die Neuentwicklung aus Waldsassen wurde kürzlich zum Patent angemeldet.

Im Anschluss referierte Sabine Wiedemann, Lehrerin an der Glasfachschule in Zwiesel über "Glasmalerei und Weiterverarbeitung von Glas". Abschließend gab es noch eine exklusive Kirchen- und Baustellenführung durch die Basilika mit Stadtpfarrer Thomas Vogl.
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