"Don Kosaken Chor Serge Jaroff" überzeugt mit festlichen Kirchengesängen in der Stiftsbasilika ...
Stimmen im feinsten Zusammenklang

Lokales
Waldsassen
30.09.2014
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Altarraum und Chor sind in der Stiftsbasilika zwar wegen Renovierung noch verhüllt, das tut jedoch der Stimmung des sehr zahlreich erschienenen Publikums keinen Abbruch. Gespannt wartet man auf den Auftritt des "Don Kosaken Chores Serge" Jaroff unter Leitung von Wanja Hlibka. Die 13 Sänger bieten "Festliche liturgische und sakrale Gesänge der russisch orthodoxen Kirche" dar.

Die "Große Bitt-Litanei" leitet das Konzert ein. Mit kräftigen Stimmen gehen die Sänger ans Werk. Im Chor wie im Sologesang ist Wortgestaltung immer melodiös und entspricht in der Lautstärke sowohl dem beruhigenden Denken an eine Erlösung durch Christus als auch der Bitte, bei den Erlösten einmal dabei zu sein. Wie man es seit langem von diesem weltberühmten Chor gewohnt ist, klingen die Stimmen auch jetzt voll und rund, haben ihren eigenen Ausdruck, um mit dem gemeinsamen Gesang einen besonderen musikalischen Kosmos zu gestalten.

Meditative Wirkung

Mit "In der Kirche" folgt eine Melodie von Peter Tschaikowsky, vom A-cappella-Chor mit einer ganz speziellen meditativen Wirkung behaftet. Auch hier wieder das ganz individuelle Klangvermögen, das kein anderer Chor ähnlich gestaltet. Kräftig und unaufhörlich die Bitte "Herr, erbarme Dich unser". Ganz anders die Botschaft "Der Engel rief den Gebenedeiten zu", die durch ein großes Solo mit lang gehaltenen Tonfolgen geprägt wird und den Ruf damit umso eindringlicher gestaltet. Die Bitte "Rette o Gott Dein Volk" äußert sich zunächst in demutsvoller Tongebung, bis ein fordernder Unterton dazukommt. Der bittende Charakter geht dennoch nicht verloren.

"Erster Psalm Davids" schließlich beginnt in tiefsten Bass-Lagen unisono, entwickelt sich durch die hinzukommenden Sänger zum vielstimmigen Gesang liturgischer Ruhe - mit einem feinen Zusammenklang aller Stimmen in der abschließenden Tonart. Die Bitte "Gott sei mit uns" wird zuerst laut als wichtige Aufforderung, dann als eindringlich leise und flehende Aufmunterung dargeboten. Der zeitweilige Solopart vertieft diese Darstellung.

Die anschließenden Lieder passen ebenfalls in dieses Schema. Der besondere Klang, der einerseits a cappella, andererseits infolge der speziellen Don-Kosaken-Art zu singen, diese unnachahmliche Dimension erreicht, wird zum besonderen Hörgenuss. Die Komponisten haben Vorlagen geliefert, der Chor hat diese mit tiefstem Empfinden der Möglichkeiten stimmlicher Gestaltung dargeboten. Auch die Einzelstimmen füllen den Kirchenraum und der Zusammenklang der verschiedenen Männerstimmen von Bass bis Diskant ergibt die besondere Faszination, die diesem Chor innewohnt und offenbar erfolgreich von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Langanhaltender Beifall

Der Beitrag des Dirigenten Wanja Hlibka zum erfolgreichen Ablauf des Abends ist dabei entscheidend. Eine Zugabe gibt es nach dem langanhaltenden Beifall auch: "Ich glaube an die Macht der Liebe" wird mit inniger Stimme leise und fein gesungen. Diesen Chor zu erleben, ist immer ein besonderes Erlebnis!
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