Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg hält nichts von der Energiewende in der jetzigen Form
"Windstrom derzeit unbrauchbar"

Lokales
Waldsassen
24.07.2015
0
0
(kdi) Er ist Unternehmer, Jäger und Naturschützer. Und einer, der die Wende vom Atom- zum Ökostrom sehr kritisch betrachtet. In der Versammlung der Bürgeraktion "Gegenwind Stiftland" stärkte Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg den Mitgliedern den Rücken.

Nicht ausgereift war für den Sprecher der Ausstieg aus der Atomenergie. Ausgelöst durch den Reaktorunfall in Fukushima wollte die damalige Regierungskoalition "grüner als die Grünen" sein. Dabei hätte doch ein halbwegs ausgebildeter Menschenverstand ausgereicht um zu erkennen, dass man Deutschland bei all den Verflechtungen in Europa unmöglich in nur 20 Jahren den Atomstrom abschaffen und durch Ökostrom ersetzen könne.

Handwerkliche Fehler erkannte der Baron in den folgenden Gesetzesvorlagen. So etwa die Privilegierung. So werde ohne die Betroffenen vor Ort irgendwie zu Wort kommen zu lassen, munter der Bau 230 Meter hoher Windräder genehmigt, während dem Anrainer daneben der Bau seines kleinen Carports nach dem Baugesetz abgelehnt werde. Als weiteres Kriterium sah er den Bedarf von Ersatzkraftwerken.

"Wenn kein Wind weht oder keine Sonne scheint, sind diese unvermeidlich." Doch der Einspeisezwang des subventionierten Ökostroms mache den Neubau dieser unentbehrlichen Gas- oder Kohlekraftwerke unrentabel. Stattdessen würden alte abgeschriebene Anlagen weiter verwendet. Da sei es nicht verwunderlich, dass trotz der derzeit etwa 23 000 installierten Windräder in den Jahren 2013 und 2014 in Deutschland mehr CO2 produziert werde als jemals zuvor. "Strom aus Windrädern ist unzuverlässig und deshalb in seiner jetzigen Form unbrauchbar. Erst wenn ein Speichermedium für Strom entwickelt ist, eine leistungsfähige Batterie, erst dann ist Windradstrom sinnvoll."

In Bezug auf "Heimat" sah Freiherr von Gemmingen-Hornberg als größtes Problem den demografischen Wandel. Landschaftliche Schönheit, Unberührtheit der Natur, Harmonie und Ruhe seien Trumpfkarten. Während in Ballungszentren Enge, Lärm, Gift und Stress immer mehr zunehmen, suchten die Menschen immer mehr Erholung. "Dann schlägt die Stunde der abgelegenen intakten Gebiete. Dann haben Steinwald, das Stiftland und der ganze Landkreis Tirschenreuth eine große Chance."

Allerdings nur ohne Windräder: "Niemand will Urlaub machen, wo die Landschaft verunstaltet ist." So sei es geradezu eine Pflicht der Bürger, gegen diese Missstände anzugehen. "Ein Verein wie ihrer ist ein wichtiges Bollwerk gegen diesen Unsinn. Bleiben Sie standhaft, wehren Sie sich. Unsere Heimat, unsere Zukunft, unsere Kinder und unsere Enkel habe es sich verdient."
Weitere Beiträge zu den Themen: Koalition (5296)Juli 2015 (8668)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.