Ein Hoch auf Äpfel und Birnen

Viele Ratschläge und Sortenauskünfte erhielten die Besucher am Stand von Kreisfachberater Harald Schlöger. (Bild: kgg)
Lokales
Waldsassen
29.09.2014
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Kürbisse und Birnen, Honig und Marmelade, Floristik und Kunsthandwerk: Aus der Apfelbörse ist ein richtiger Gartenmarkt geworden. "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht - wenn die Städter wüssten, was sie essen, wären sie lieber der Bauer", kommentierte Michael Selinger das große regionale Angebot.

Über einen sensationellen Besuch der zehnten Obstbörse freute sich der Leiter der Umweltstation ebenso wie Kreisfachberater Harald Schlöger am Sonntag. Weit über tausend Besucher bevölkerten den Naturerlebnisgarten, genossen die servierten Schmankerl und holten sich Rat von erfahrenen Gärtnern. Bei der Eröffnung freute sich Schlöger nicht nur über das schöne Spätsommerwetter, sondern auch über eine Reihe von Persönlichkeiten, die der Obstbörse den Vorzug vor den gleichzeitig eröffneten Fischwochen in Tirschenreuth gaben.

Wert für Kulturlandschaft

Schlöger lobte besonders die tschechischen Garten- und Bienenfreunde, die mit ihren Ständen die Obstbörse bereicherten. Er dankte der Stadt Waldsassen für die Vorbereitungsarbeiten sowie den beteiligten Gartenbauvereinen, Imkern und Kunsthandwerkern. "Obst ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft", sagte der Fachberater für Gartenbau und Landespflege. Niemand würde zum Beispiel Obstbäume pflegen, wenn ihnen gegenüber keine Wertschätzung da sei.

Zu verkosten und zu kaufen gab es bei der Börse insbesondere alles, was man aus Äpfeln machen kann, angefangen vom Apfelkuchen über saftige Kücherl bis hin zum vitaminreichen Saft. Insbesondere empfahl Schlöger die Produkte der Bienenfreunde: "Gärtner und Imker könnten ohneeinander nicht bestehen."

Michael Selinger, Leiter der Umweltstation, wies auf das Motto "Regionale Vielfalt statt globalem Einerlei" hin. Es zeige nicht nur die Gartenvielfalt auf, sondern beinhalte vieles, was mit dazugehöre, etwa die Kleintierhaltung. Er verwies hier auf die Holländer, denen einst per Gesetz die Hühnerhaltung verordnet wurde, damit Abfälle wieder in den Kreislauf kommen und nicht Ratten und anderes Ungeziefer anziehen.

Abseits vom Großmarkt

Bürgermeister Bernd Sommer hieß die tschechischen Nachbarn in ihrer Landessprache willkommen und freute sich über den guten Besuch im Naturerlebnisgarten, der gerade bei so schönem Wetter ein ganz besonderes Ambiente biete. "Leben mit Produkten aus der Region in der Region wird hier in besonderem Maße demonstriert", sagte Sommer. Man müsse dieses Bewusstsein wieder schärfen und es den Städtern zeigen, die nur den Großmarkt kennen.

Hier konnte sich Michael Selinger eine Abänderung des alten Sprichworts nicht verkneifen: "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht - wenn die Städter wüssten, was sie essen, wären sie lieber der Bauer." Dicht aneinandergereiht waren die Verkaufsstände und Häuschen mit heimischen Produkten und leckeren Schmankerln. Im Eingangsbereich boten die tschechischen Nachbar-Kreisverbände verschiedene Obstsorten auch zum Verkauf an. Eine Reihe großer Pokale verwies auf die Auszeichnungen der Anbauer bei diversen Veranstaltungen. Großes Interesse fand der Stand des Tirschenreuther Kreisverbandes für Gartenbau: 60 Apfel- und 10 Birnensorten hatten Harald Schlöger und Manuela Pappenberger aufgereiht. Sie standen den interessierten Hobby-Obstbauern Rede und Antwort.

Kuchen und Honig-Bier

Über gute Verkaufsumsätze freuten sich die Obst- und Gartenbauvereine Waldsassen, Konnersreuth und Münchenreuth. Viele Liebhaber fanden die Floristiksachen von Veronika Kick und der Selbstgebrannte von Stefan Schlötzer. Gefragt waren auch die Kürbissuppe und Bratwürste mit Kräutern aus dem Naturerlebnisgarten, kredenzt von Rita Süß und Hermann Malzer.

In der Kaffeeküche hatten die Helfer der Umweltstation alle Hände voll zu tun. Auch der Kuchen schmeckte den Besuchern draußen in der Sonne besonders gut. Am tschechischen Imker-Stand lockte unter anderem Honig-Bier, während sich Groß und Klein über besondere Tierrassen bei Niki Ramer informierten.
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