Eine Aufgabe und kein Hobby

Lokales
Waldsassen
21.05.2015
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Der Gesetzgeber will es so: Einmal im Jahr müssen die Jäger die Trophäen des erlegten männlichen Wildes der Öffentlichkeit präsentieren. Und das ist weitaus mehr als eine "Knochenschau".

"Unsere Arbeit wird geschätzt. Die Jagd ist unsere Aufgabe, wir schießen nicht aus Hobby", sagte Hubert Rustler bei der Hege- und Naturschau im Katholischen Jugendheim. Der Kreisvorsitzende berichtete von einer guten Zusammenarbeit mit dem Bauernverband. Nicht zuletzt auch deshalb, weil dessen Vorsitzender selber auch Jäger ist. "Wir stoßen hier auf gegenseitiges Verständnis."

Gesellschaftlicher Wandel

Freilich betonte auch Rustler, dass die Jagd derzeit einen gesellschaftlichen Wandel durchmacht. Als wichtig erachtete er eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Waldsassen. Über das Jagdjahr 2014/2015 berichtete Kreis-Jagdberater Dr. Bruno Schmidt, der zum 30. Juni dieses Jahres aus seinem Amt ausscheiden wird.

Dr. Schmidt ging auch auf die Diskussion um das Nachtzielgerät ein. Er war überzeugt, dass die Jäger verantwortungsbewusst damit umgehen würden, "so sie es denn erhalten". Eine endgültige Entscheidung über die Zulassung ist noch nicht getroffen. Nach Schmidts Worten wurden in der Kreisgruppe 213 Stück Rotwild erlegt, darunter 65 Hirsche, außerdem 40 Stück Sika-Wild. 1551 Sauen kamen zur Strecke, darunter 97 Keiler und 60 Bachen. 3112 Rehe wurden geschossen, 62 Prozent des Dreijahressolls. Der Rest muss heuer erfüllt werden. In den weiteren Abschussbilanzen liegt der Fuchs mit 1476 Tieren an der Spitze. Weiter wusste der Sprecher, dass gut die Hälfte der Dachse und Hasen auf den Straßen des Landkreises umkamen. 294 Kormorane und 78 Biber standen ebenfalls auf der Abschussliste. "In meiner nunmehr 17-jährigen Amtszeit hat sich die Schwarzwild-Strecke verdreifacht." Die Dachs-Strecke sei um 106 Prozent gestiegen, die der Rabenkrähe gar um 280 Prozent.

Forstdirektor Gerhard Schneider stellte den Zuhörern den Forstbetrieb Waldsassen vor, einen der größeren in Bayern. Die Fläche von 23 000 Hektar verteile sich auf 10 Reviere, insgesamt 60 Mitarbeiter seien beschäftigt. Dazu gebe es rund 600 Holzrechtler. "Wir alle haben gemeinsam die Verantwortung, unseren Lebensraum für die nachfolgende Generation zu bewahren", sagte Schneider. "Wir nützen und schützen auf unseren Flächen." Allein rund 700 Kilometer Forstwege seien zu unterhalten. Dafür würden jährlich rund 500 000 Euro aufgewendet.

Schneider berichtete von rund 165 000 Festmetern Jahreseinschlag, dabei wachsen rund 200 000 Festmeter in den Wäldern nach. Waldsassen könnte mehr vermarkten, tut es aber nicht. "Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig." Das eingeschlagene Holz werde nur mittels Rückegassen aus dem Wald entfernt. "Bei uns gibt es keine flächige Befahrung des Waldes, sondern wir betreiben aktiven Boden- und Naturschutz."

Hände weg vom Wasser

Den Umsatz des Forstbetriebs Waldsassen im abgelaufenen Geschäftsjahr bezifferte der Forstdirektor auf rund 13,5 Millionen Euro, den Gewinn auf 5,7 Millionen Euro. Weiter verwies er darauf, dass rund 3000 Hektar Flächen im Forstbetrieb im Wasserschutzgebiet liegen. Ausdrücklich warnte er davor, die Wasserversorgung in private Hände zu geben. "Dass wir eine so hohe Wasserqualität haben, ist ein Verdienst der kommunalen Versorgung."
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