Eines der Sorgenkinder

Bürgermeister Bernd Sommer (stehend) zusammen mit (von links) Dr. Maria Luise Vogel, Holger Schedl und Dr. Thomas Egginger. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
22.11.2014
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Wie geht es weiter mit der ärztlichen Versorgung in der Region ? Viele Waldsassener erwarteten in der Bürgerversammlung Antworten darauf.

Deutlich besser als in den Vorjahren war der Besuch im Jugendheim-Festsaal am Donnerstag. Bürgermeister Bernd Sommer meinte zu Beginn, das Thema an sich wäre keine kommunale Aufgabe, sei aber dennoch wichtig.

Kompetente Ansprechpartner waren gekommen - Dr. Marie-Luise Vogel von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), Dr. Thomas Egginger, ärztlicher Leiter der Kliniken Nordoberpfalz AG sowie Martin Neuhaus sowie Holger Schedl, BRK-Kreisgeschäftsführer. "Die Oberpfalz ist eines der vielen Sorgenkinder", sagte Dr. Vogel im ersten der drei Kurzvorträge der Experten. "Die KVB muss unheimlich viel machen", informierte die Hausärztin. Dazu gehöre, dass sie wohnortnahe flächendeckende medizinischen Versorgung gesichert sei. "Aber die KVB kann keine Ärzte backen", nannte Dr. Vogel die Problematik konkret. Waldsassen, Tirschenreuth und Mitterteich sei nun beim Bereitschaftsdienst zusammengefasst worden, um die Belastung gerechter zu verteilen. Die Folge für den Patienten: Die Wege seien länger geworden, "... ein Mangel, den wir verwalten müssen."

"Wir hoffen auf die Töchter und Söhne", erklärte Dr. Vogel zur Versorgung der Region mit Hausärzten. Bei der Nachfolge in Praxen, wenn der Doktor altershalber aus dem aktiven Berufsleben ausscheidet, habe die KVB keinen Einfluss; sie könne aber bei der Suche vermitteln und helfen. Im "Planungsbereich", so Dr. Vogel, seien im Moment acht Ärzte vorgesehen, acht seien vorhanden.

Unbesetzte Arztstelle weg

Vor dem Hintergrund des Durchschnittsalters der Doktoren - 58 Jahre - allerdings müsse das Gebiet so geteilt werden, "... dass ein Zulauf möglich ist." Denn insgesamt sei die Oberpfalz mit niedergelassenen Ärzten überversorgt: Dies bedeute, dass eine Arztstelle, die nicht besetzt werden kann, verschwindet.

Dr. Vogel riet dazu, jungen Medizinstudenten die Region schmackhaft zu machen - bestenfalls Leuten aus der Region, die nach dem Studium hier als Ärzte arbeiten könnten. Weil etwa junge Ärztinnen Beruf und Familie vereinen wollten, müssten andere Wege gefunden werden - etwa medizinische Versorgungszentren, in denen Mediziner als Angestellte arbeiteten.

"Wir sind im Ganzen enorm stark", sagte Dr. Thomas Egginger in seinem Vortrag, der die Leistungen der Kliniken Nordoberpfalz AG aufzeigte, speziell auch in Waldsassen. "Wir möchten bei Ihnen sein und das Beste geben, was wir können und was wir unter den politischen Rahmenbedingungen leisten können." (Weitere Berichte folgen)
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