Emotionsfrei und auf sachlicher Ebene

Auf diesem Bild ist dargestellt, wie die auf die frühere Bahnlinie verlegte Bundesstraße einmal durch Waldsassen verlaufen soll. Am Mittwoch ging es im Erörterungstermin im Jugendheim um allgemeine Einwendungen, die im Planfeststellungsverfahren während der Auslegung bei der Regierung der Oberpfalz eingegangen waren. Bild: hfz
Lokales
Waldsassen
22.07.2015
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"Sie zeigen immer mit dem Finger auf mich", sagte Markus Weiß am Tisch vor der Bühne in Richtung Stuhlreihen. Dabei wäre er, sagte der Vertreter der Regierung, für diese Planung gar nicht zuständig.

Sachlich und weitgehend frei von Emotionen verlief am Mittwoch der zweite Tag des Erörterungstermins im Planfeststellungverfahren für die Verlegung der Bundesstraße B 299 im Bereich Waldsassen und Kondrau. "Das ist eine Menge Material, das bearbeitet werden muss", erklärte Baudirektor Berthold Schneider zu Beginn in Anbetracht der 616 Einwendungen und Zuschriften, die als Einwendungen zu werten waren.

Vier Tage hat die Regierung der Oberpfalz für die Bearbeitung vorgesehen. Am Mittwoch ging es um Einwendungen allgemeiner Art. Wegen des zu erwartenden Andrangs war der Jugendheim-Saal reserviert worden; an den anderen Tagen werden die Einwendungen im Rathaussaal bearbeitet. Der Raum war abgedunkelt - um die Sonne und Hitze möglichst lange draußen zu halten, aber wohl auch ob der besseren Sicht auf die Leinwand. Darauf wurden Pläne und erläuternde Grafiken projiziert.

In den Zuhörerreihen vor allem Anwohner der künftigen Trasse, die bekanntlich auf der früheren Bahnlinie verläuft. Schneider erläuterte zu Beginn die Formalien und stellte die Vertreter von Regierung und Baubehörde vor. Sie war mit gut 20 Leuten vor Ort - Sachbearbeiter und Vertreter der beteiligten Ingenieurbüros. Udo Maier etwa berichtete über die Messverfahren der lufthygienischen Situation und die prognostizierte Entwicklung. Begrüßt worden ist auch Bauamtschef Henner Wasmuth, der sich aber während des Termins im Hintergrund hielt.

Stefan Noll, der lange Zeit in die Planung an verantwortlicher Position eingebunden war, stand bei den Diskussionsbeiträgen aus den Reihen der Bürger Rede und Antwort. Fast immer gelang es Moderator Markus Weiß, die Debatte weitgehend emotionsfrei auf sachlicher Ebene zu halten: Es ging um frühere Beschlüsse, Bürgerentscheide und deren Umsetzung, um mögliche Alternativen zur jetzt vorliegenden Planung. "Wir steigen hier nicht ein in die fachliche Argumentation", suchte Baudirektor Berthold Schneider die Diskussion auf Kurs zu halten. "Aber wir nehmen das mit großem Interesse zur Kenntnis, was hier vorgebracht wird." Alleine die Regierung habe abzuwägen, ob die zur Planfeststellung vorgelegte Variante letztlich auch genehmigt werden könne.
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