Engagierte Gartenhelfer

Die in Waldsassen lebenden Asylsuchenden machen sich in der Umwetlstation nützlich. Stehend, von links, Ghamgin, Claudia Dietz, Kathrin Kröniger sowie Daniar und KuBZ-Geschäftsführer Ferdinand Sperber sowie hockend (von links) Umweltstations-Leiter Michael Selinger und Walid beim Vorbereiten des Hildegard-von Bingen-Gartens im Naturerlebnisgarten. Bild: hfz
Lokales
Waldsassen
11.04.2015
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"Die bedanken sich jeden Tag dafür, dass sie hier arbeiten dürfen. Das kenne ich sonst nicht", staunt Michael Selinger über die jungen Männer: In der Umweltstation sind die Asylsuchenden tätig, die in Waldsassen Zuflucht gefunden haben.

"Die langen richtig hin und laden die Schubkarre bis oben auf", freut sich der Chef der Umweltstation über die tatkräftige Unterstützung. Denn jetzt, kurz vor Beginn der Saison Anfang Mai, gibt es im Garten besonders viel Arbeit.

Und den Jungs macht es sichtlich Spaß, dass sie auf dem Gelände des Klosters Aufgaben bekommen und diese in eigener Verantwortung erledigen dürfen. "Bisher läuft's gut", findet der Diplom-Geoökologe nur Lob für Ghamgin und Walid aus Syrien sowie Daniar aus dem Irak. Sie leben seit Mitte Februar in Waldsassen, machen sich in der Umweltstation nützlich und brauchen damit nicht die Zeit in ihrer Unterkunft totschlagen. In der Umweltstation angeleitet werden die jungen Männer von Claudia Dietz, einer Gärtnerin und Floristin, die in der Umweltstation tätig ist.

Walid, der auch für seine Mitbewohner seine Qualitäten am Herd unter Beweis stellt, hat sich auch auf dem Gelände des Klosters in diesem Metier nützlich gemacht und ein original syrisches Gericht zubereitet. Dazu war der Backofen im Naturerlebnisgarten angeschürt worden. "Er hat Kräuter im Garten gesammelt und das Essen daheim vorbereitet", erzählt Michael Selinger.

Vielseitige Aufgaben

Begeistert von den Kochkünsten waren Gärtner-Lehrlinge aus Tschechien. Die Gruppe ernte innerhalb des Kooperationsprojekts mit den Nachbarn von der Eco-Station Cheb den Naturerlebnisgarten kennen und arbeiteten in Waldsassen mit. Die Tätigkeiten der jungen Männer in der Umweltstation sind vielseitig. Da waren etwa die Imkerei-Utensilien abzuschleifen und mussten danach mit Leinöl wieder neu eingelassen werden. "In der nächsten Woche werden sie in der Parkanlage Schwanenwiese den Mulch beseitigen", hat Selinger schon weitere Aufgaben parat. Danach werden die jungen Männer die Blüh- und Aktionsflächen für die Initiative "Waldsassen blüht auf" (wir berichteten) vorbereiten. Die wird bekanntlich am 19. Mai starten.

Sprachkurs "on-the-fly"

Nicht einfach ist die Verständigung, aber es funktioniert - irgendwie. "Ein bisserl englisch, ein bisserl deutsch", beschreibt Michael Selinger die Konversation mit den Mitarbeitern, die maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten - vormittags zwischen 8 und 12 Uhr. Beim "Sprachkurs on-the-fly", sagt Selinger, lernen die Jungs während der Arbeit aber für ihre Arbeit wichtige Begriffe - "Schaufel" oder "Gießkanne". "Inzwischen können sie schon recht viel."
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