Erfolg durch Schweiß und Fleiß

Durchaus legitim wären die Ideen der UWV, sagt Bürgermeister Bernd Sommer - darunter der Vorschlag, die Bahnlinie Wiesau-Cheb über Waldsassen zu reaktivieren. Der regelmäßige Schienenverkehr zwischen Wiesau und Waldsassen war im Mai 1986 eingestellt worden. Bild: Sammlung Werner Männer
Lokales
Waldsassen
28.02.2015
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"Sicher gut gemeint", sagt Bürgermeister Bernd Sommer über die Idee der Unabhängigen Wähler-Vereinigung (UWV). Sie hat vorgeschlagen, den Schienenverkehr auf der Strecke Wiesau-Cheb wieder aufzunehmen.

"Vergessen wird dabei, dass die Rechnung nur mit der Deutschen Bahn aufgehen würde", erklärt Sommer in einer Reaktion auf den Vorstoß der UWV (NT-Donnerstag-Ausgabe). Denn die Bahn, so Sommer, habe zurzeit ohnehin die größten Schwierigkeiten, die bestehenden Bahntrassen fit für die Zukunft zu machen - etwa im Hinblick auf die Elektrifizierung.

Trotz der Aussichtslosigkeit des Anliegens hat Bürgermeister Bernd Sommer bei der Deutschen Bahn bereits vor Wochen nachgehakt, ob die Chance bestünde, besagte Bahntrasse wieder ins Schienennetz aufzunehmen (wir berichteten). "Das deutliche Nein war zu erwarten und ist auch nachvollziehbar."

Solche Verkehrswege wären aufgrund des Kosten-Nutzen-Faktors weitab einer möglichen Realisierung. "Ganz zu Schweigen, dass Teile der besagten Bahnstrecke durch andere Verkehrswege genutzt werden - etwa die Bundesstraße zwischen Waldsassen und dem Grenzübergang."

Gewerbegebiet an der A 93

Die Aussagen der UWV zu einem fehlenden interkommunalem Gewerbegebiet, verbunden mit dem Vorwurf an die Politik hier nicht tätig zu sein, sind für Bürgermeister Sommer aber noch unverständlicher. "Regelmäßiges Studium der Berichte in der Tageszeitung ,Der neue Tag' hätten die Mitglieder der UWV in Kenntnis setzen können, dass ein interkommunales Gewerbegebiet mit Nachdruck von den Städten Wiesau, Mitterteich und Waldsassen verfolgt und in Planung ist." Die Fläche soll nicht in Nähe des Grenzübergangs sondern an der Autobahn A 93 entstehen.

Dieser Entscheidung müssten umfangreiche Untersuchungen und Planungen vorausgehen, erläutert Sommer. "Ein Gewerbegebiet darf planungsrechtlich nicht irgendwo in der Landschaft platziert werden." Wegen des Anwendungsgebots habe es in unmittelbarem Anschluss an die bestehende Bebauung oder eben im interkommunalen Zusammenschluss an Autobahnen zu entstehen.

Wichtig seien dabei aber auch die Erschließungsmöglichkeiten - Strom, Wasser, Abwasser - als auch die Tragfähigkeit des Untergrunds. Zuguterletzt müssten auch die Grundstücke zur Verfügung stehen. "Unsere Landwirte wären nicht begeistert, wenn nahe des Grenzübergangs wertvolle Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen würde."

Dies alles habe letztendlich zur Entscheidung für ein interkommunales Gewerbegebiet nahe der Autobahn geführt. Ganz entgegen der sonstigen Visionen der UWV sehen diese für die Belebung der Innenstadt Waldsassens keine Chance. Auch hier gelte, dass sich sicher ohne Fleiß nichts bewegen werde. "Deshalb arbeitet der Stadtrat unermüdlich und es sind schon jetzt die ersten sichtbaren Zeichen für die Belebung der Innenstadt erkennbar."

"Schnellschüsse"

Die Ideen der UWV seien legitim. Für eine erfolgreiche Politik wäre eine gute Idee aber nur 1 Prozent des Erfolges. Die weiteren 99 Prozent bestünden dagegen aus Fleiß und Schweiß. "Es wäre gut, wenn die Ideenspender etwas mehr Fleiß an den Tag legen würden, bevor mit Schnellschüssen die bestehenden Verbünde der Städte im Landkreis und deren Arbeit diskreditiert werden", schreibt Sommer abschießend.
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