Erzlagerstätte reicht weit in Erdgeschichte zurück
"Eiserner Hut" zeugt von besonderer Geologie

Lokales
Waldsassen
30.03.2015
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Bei der Jahreshauptversammlung des Gerwigkreises Waldsassen zeigte Dr. Eckart Walcher die Entstehungsgeschichte von zahlreichen Gesteins- und Mineralstufen sowie historische Zeichnungen. Der Lagerstätten-Geologe mit internationaler Erfahrung verwies auf die Entstehung der Erzlagerstätte am Teichelrang bei Pfaffenreuth (später Grube Bayerland). Sie reiche rund 460 Millionen Jahre in die Erdgeschichte zurück.

Als untermeerische Ablagerung aus heißen Quellen - der Fachbegriff heißt submarin exhalativ synsedimentär - entstanden zwei Erzlinsen, zunächst aus dem Eisenmineral Pyrit mit zahlreichen Buntmetallen wie Kupfer, Blei, Zink, Antimon und viele mehr, sagte Dr. Eckart Walcher. In der Erdgeschichte gingen mehrere Gebirgsbildungen über die Lagerstätte und veränderten den Mineralbestand und auch das gesamte Gefüge. Es entstanden zwei grobkristalline Erzkörper: das sogenannte P-Lager (Pyritlager) und das M-Lager (Magnetkieslager).

Die Erze wurden bis zur Schließung des Bergwerks im Jahr 1971 durch die Firma Sachtleben zur Eisenerzeugung und Herstellung von Schwefelsäure verwendet, schilderte der Fachmann. Der geschätzte Erzinhalt der Lagerstätte betrug etwa zwei Millionen Tonnen. Davon wurde ein Teil an der Erdoberfläche bereits durch die Verwitterung abgetragen. Dort blieb der als "Eiserner Hut" bezeichnete Verwitterungsrest übrig. Dieser kann heute noch als Naturdenkmal besichtigt werden.
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