Familie Schnur liefert Rekorderlös

Rund 10 000 Euro für den Schwerkranken-Förderverein lieferten Hans und Inge Schnur jetzt in der Palliativstation in Neustadt/WN ab. Von links Dr. Ehrenfried Lachmann vom Vorstand des Fördervereins, Pflegedienstleiterin Beate Spickenreuther, Dr. Susanne Kreutzer, Bernhard Steghöfer, Vorsitzende Waltraud Koller-Girke mit Inge Schnur, Dr. Josef Hofmeister sowie Hans Schnur. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
04.04.2015
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Da waren die Vertreter des Fördervereins für Schwerkranke der Kliniken Nordoberpfalz AG kurzzeitig sprachlos: Eine Spende von knapp 10 000 Euro lieferte die Familie Schnur jetzt in der Palliativstation ab.

"Das ist ein neuer Rekord", freute sich Vorsitzende Waltraud Koller-Girke zusammen mit ihrem Vorstandsteam und Ärztlicher Leiterin Dr. Susanne Kreutzer. Inge und Hans Schnur übergaben jetzt das Geld. Eigentlich wollte auch Sara Schnur bei dem Termin in der Palliativstation in Neustadt/WN dabei sein. Doch die Tochter der Familie musste sich aus beruflichen Gründen kurzfristig entschuldigen.

Der größte Teil der Spende stammt aus dem Erlös der Verkaufsaktion beim Waldsassener Weihnachtsmarkt. Zum achten Male in Folge war die Familie mit ihrem rund 50 Leute starken Helferteam dabei. Noch niemals war der Zuspruch so groß wie im vergangenen Jahr. Gut 6100 Euro waren alleine als Erlös beim Weihnachtsmarkt zusammengekommen; weitere 3700 Euro kamen durch Direktspenden am Stand und in den vergangenen Wochen für die gute Sache zusammen. Zusätzlich hatten Inge und Hans Schnur noch eine Spendenbüchse mitgebracht: Sie stand im Frisörsalon Berner in Tirschenreuth und war das Jahr über von Kunden nach und nach prall gefüllt worden. Hintergrund für die Initiative ist die Krebserkrankung und der Tod der älteren Tochter Julia im März 2007. Die vielen Vorbereitungen rund um die Verkaufsaktion lassen die Angehörigen die Adventszeit leichter überwinden. Außerdem will die Familie dafür sorgen, dass Menschen in ähnlicher Situation wie ihre Tochter keine Qualen durchleiden müssen.

Waldtraud Koller-Girke zeigte sich beeindruckt darüber, auf welche Weise in jedem Jahr die Spenden erzielt werden. "Wenn ich mir vorstelle, was das für Arbeit ist", äußerte die Vorsitzende des Fördervereins ihren Respekt vor dem Aufwand bei der Vorbereitung und während der Aktion selbst. "Durch viele kleine Beträge wird in der Menge viel erreicht." Die Spenden werden für die Ausbildung einer zweiten Palliativärztin für das ambulante Brücken-Team benötigt. Es stellt die palliativmedizinische Versorgung sicher, bis die "Spezialisierte ambulante Palliativversorgung" (SAPV) etabliert ist. Dies werde aber nicht vor 2016 geschehen, wie es hieß. Die SAPV kann dann auch als Kassenleistung abgerechnet werden. Außerdem unterstützt wird die Arbeit einer zusätzlichen Atemtherapeutin sowie einer besonderen Trauerbegleitung: Sie kümmert sich etwa um hinterbliebene Kinder.

Rund 60 000 Euro

Der Gesamtbetrag, den die Familie seit der Premiere der Aktion im Advent 2007 gesammelt hat, dürfte inzwischen die 60 000-Euro-Grenze durchbrochen haben. "Sie sind unsere treuesten Spender, von Anfang an", würdigte Dr. Susanne Kreuzer die engagierte Arbeit der Waldsassener. (Info-Kasten)
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