Fast 800 Lkw täglich durch Waldsassen

Diese Szene wiederholt sich in der Egerer Straße (Bild) und in der Prinz-Ludwig-Straße täglich: Schwerlastfahrzeuge und Personenautos quälen sich durch die Innenstadt. Mitglieder der Unabhängigen Wählervereinigung Waldsassen (UWV) wollten es jetzt genau wissen: Sie zählten rund um die Uhr die Lastautos und Sattelzüge durch Waldsassen und kamen auf diese Weise zu einem viel höheren Verkehrsaufkommen als die bei den Planungen für die Bundesstraßen-Verlegung prognostizierten Werte. Archivbild: Grüner
Lokales
Waldsassen
24.11.2015
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Zwölf Leute der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) wollten es genau wissen. Sie haben gezählt. An zwei Punkten, jeweils vier Stunden. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Bei der Bürgerversammlung hatte Ludwig Wolf von einer Lkw-Zählung Ende Oktober gesprochen - und dass dabei ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen als die bisher prognostizierten Zahlen ermittelt worden wäre (wir berichteten). In einer Pressemitteilung, unterzeichnet von den Vorsitzenden Franz Stierstorfer jun., Pascal Laab und Michael Santl, werden Einzelheiten zur Zählung erläutert. "Rund um die Uhr", so Stierstorfer jun. auf NT-Anfrage, seien die Erhebungen am Montag, 26. Oktober gelaufen - an der Mitterteicher Straße und an der Egerer Straße. Ín der Mitterteicher Straße wurden den Angaben zufolge 341 Lkw stadteinwärts und 405 Lkw stadtauswärts gezählt - insgesamt 746 Lkw. Am Zählpunkt Egerer Straße waren es 453 Lkw stadteinwärts und 339 Lkw stadtauswärts - insgesamt also 792 Lkw.

Ausgehend von der allgemeinen jährlichen Steigerung des Güterverkehrs um 1,2 Prozent ergeben sich 2025 somit täglich 868 Lkw auf heutiger Basis hochgerechnet - monatlich 21 700 Lkw. Auf der grenzüberschreitenden Ost-West-Magistrale dürfte das Verkehrsaufkommen noch deutlich höher sein, schätzt die UWV. Sie spricht von einer Verdoppelung und Verdreifachung des Verkehrsaufkommen, weil die Strecke von Eger nach Mitterteich dann "... durchgängig und hindernisfrei befahrbar und ausgeschildert ist, alle Navigationssysteme diese kürzeste und mautfreie Route empfehlen werden." Monatlich würden dann 40 000 bis 50 000 Lkw durch Waldsassen fahren, eventuell auch noch mehr.

"Misstrauisch gemacht", heißt es in der Pressemitteilung, seien die UWV-Mitglieder, dass auf den im Rathaus ausgestellten Hochglanz-Visualisierungsbildern "zur geplanten Stadtdurchfahrung" keinerlei Hinweise auf den zu erwartenden Lkw-Verkehr erkennbar gewesen seien. "Die Prognosen des Straßenbauamtes für 2025, also in 10 Jahren, von 450 Lkw täglich und der täglich wahrnehmbare Lkw-Verkehr in der Stadt, verstärkten die Zweifel der UWV."

"Schöngerechnet"

Diese Werte seien bereits übertroffen; andererseits beruhten "auf dieser schöngerechneten Basis" die Lärm- und Abgasbelastungen für die Waldsassener - auch die Schallschutzmaßnahmen. "Es werden sich also weit mehr krebserregende Abgase und gefährlicher Feinstaub im ganzen Stadtgebiet verbreiten", heißt es mit einem Verweis auf die Kindergärten und Schulen nahe der geplatnen Trasse. Kinder und Schüler auch der Dorfgemeinden würden unter den gefährlichen Emissionen zu leiden haben. "Müssen wir vor diesem Hintergrund zusätzliche Schadstoffe in unsere Klosterstadt holen und damit auch dem Status als Kultur- und Fremdenverkehrsstadt schaden?"

Sperrung für Transitverkehr

Die UWV fordert die Sperrung für den Lkw-Transitverkehr - bis eine "echte Umgehung" gebaut ist. Es gebe nach wie vor zehn verschiedene Varianten für eine Umgehung. "Die Stadtdurchfahrung entspricht nicht den Erfordernissen einer Umgehung", heißt es mit dem Verweis auf den einen einstimmigen Stadtratsbeschluss am 14. September 1992.
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