Feuerwehr arbeitet grenzenlos

In der Aula der Zisterzienserinnen-Abtei tagten am Freitag 50 Führungskräfte der Oberpfälzer Feuerwehren. Mit dabei aber auch Kollegen aus dem benachbarten Tschechien. Seit 20 Jahren bestehen enge Kontakte mit der Waldsassener Wehr. Bild: kdi
Lokales
Waldsassen
10.04.2015
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Mit "Brandschützer" sind die Feuerwehrleute heute nicht mehr treffend beschrieben. Technische Hilfeleistungen machen das Gros der Arbeit aus. Und sie leisten einen wichtigen Beitrag im dörflichen Leben.

(kdi) Aktuelle Themen diskutierten die Führungskräfte der Oberpfälzer Feuerwehren auf ihrer Frühjahrstagung am Freitag in der Aula der Zisterzienserinnen-Abtei. Regierungspräsident Axel Bartelt stellte dabei das Kloster als "Juwel der Oberpfälzer und Bayerischen Architektur" heraus, das es bei der Bewerbung zum Unesco-Weltkulturerbe zu unterstützen gelte. Und die Zusammenarbeit der Feuerwehren in Bayern, der Oberpfalz und Tschechien trügen zum Zusammenwachsen in Europa bei.

Landrat Wolfgang Lippert erinnerte an den steten Wandel der Herausforderungen, der auch immer mehr technische Anforderungen bringe. Der Landrat erhoffte sich die Jugend für die Arbeit in der Feuerwehr begeistern zu können. Auch sei in vielen Dörfern - nach einem allgemeinen Wirtshaussterben - das Feuerwehrhaus die einzige Möglichkeit zur gemeinsamen Kommunikation. Beifall erntete stellvertretender Bürgermeister Karlheinz Hoyer, als er die Gäste aus Tschechien in ihrer Heimatsprache begrüßte.

Wie die Zusammenarbeit auch über Grenzen funktionieren kann, schilderte Kreisbrandinspektor Lorenz Müller am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr Waldsassen und der Berufsfeuerwehr Cheb/Eger. Seit über 20 Jahren bestehen enge Kontakte. Alles begann mit einem Waldbrand direkt am Grenzübergang Waldsassen/Heiligkreuz. Die Sprachbarrieren werden immer geringer und ein mit Unterstützung der Euregio Egrensis erstelltes "Deutsch-Tschechisches Praxiswörterbuch für Feuerwehren" leistet große Hilfe. "Gemeinsame Übungen und Ausbildungskurse sorgen für eine gute Zusammenarbeit bei den grenzüberschreitenden Einsätzen", so Müller. Er lobte dabei die immer sehr realistischen Übungskonstellationen der tschechischen Kollegen. "Da wird schon mal auf dem Vietnamesenmarkt ein Stapel Altpapier in Brand gesteckt."

Seit 2014 gibt es beidseits der Grenze gemeinsame Übungstermine für technische Hilfeleistungen und Atemschutz. Auch die gegenseitige Alarmierung wurde weiter ausgearbeitet. Im Landkreis betrifft dies aber nur die Feuerwehr Waldsassen, wobei aber beispielsweise bei Waldbränden weitere Wehren nach Bedarf einbezogen werden könnten. Derzeit wird an der gegenseitigen Übermittlung von GPS-Daten der Einsatzstellen gearbeitet.

Über die Aktualisierung der Feuerwehrzuwendungsrichtlinie und der Förderdaten 2014 referierte anschließend Regierungsrat Reinhold Demleitner von der Regierung der Oberpfalz. Atemschutztauglichkeit, Aktuelles aus den Feuerwehrschulen und Erfahrungsberichte rundeten die Tagung in der Klosteraula ab.

Fortgesetzt wird die Tagung am heutigen Samstag im Feuerwehrgerätehaus Waldsassen mit feuerwehrspezifischen Themen, wie die Einführung des Digitalfunks.
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