Feuerwehr im Rettungsdienst

Nach dem Umzug der Rettungswache von Waldsassen nach Mitterteich ins neu errichtete Gebäude (Bild) wird der Sanitätsdienst in Waldsassen mit "Helfern vor Ort" unterstützt. Bereits jetzt wird auch die Feuerwehr bei medizinischen Notfällen gerufen. Bild: jr
Lokales
Waldsassen
04.12.2015
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Feuerwehrleute unter sich sprechen von einem "Verheizen" ehrenamtlicher Kräfte: Immer mehr werden die Helfer zu Einsätzen gerufen, bei denen Rettungssanitäter oder ein Arzt gefordert wären.

"Wir haben schon eine Erste-Hilfe-Ausbildung", sagt Tobias Tippmann über die Feuerwehrler. Doch der Kommandant fürchtet, dass seine Leute sich nicht länger dem Risiko aussetzen wollen, einmal nicht richtig helfen zu können. "Wenn es brennt rufe ich ja auch nicht den Krankenwagen", sagt Tippmann. Die Feuerwehrler mussten nach der Alarmierung durch die Rettungsleitstelle wiederholt zu medizinischen Notfällen ausrücken, weil keine Rettungssanitäter zeitnah verfügbar gewesen waren. Mit der Verlegung der Rettungswache nach Mitterteich zum 1. Januar werde das Problem noch prekärer, fürchtete Tippmann kürzlich bei der Bürgerversammlung. Deswegen würden künftig, wie bislang in Mitterteich, "Helfer vor Ort" in Waldsassen nötig sein. Tippmann bat die Verantwortlichen nicht zu warten, "... bis etwas passiert ist." Die Folgen der Verlegung der Rettungswagen-Standorts für Waldsassen schildert Helmut Zeitler, hauptamtlicher Rettungsassistent und ehrenamtlich tätiger Leiter der Rotkreuzbereitschaft. Die Rotkreuz-Wache bleibe 2016 nicht ganz verwaist; allerdings müsse dieser Dienst mit ehrenamtlichen Helfern geschultert werden. "Aber mit 2, 3 Hanseln sind 365 Tage rund um die Uhr nicht zu bewerkstelligen." Vor diesem Hintergrund forderte Zeitler die Zuhörer bei der Bürgerversammlung auf, sich als "Helfer vor Ort" einzubringen. "Wir sehen uns in der Pflicht, aber wir brauchen Ihre Unterstützung." Bürgermeister Bernd Sommer sieht sich in seinen Prognosen bestätigt, wonach die Verlegung der Rettungswache die Problematik verschiebt und ist überzeugt, dass ein zweiter Standort eines Rettungswagens nötigt wird. "Es geht nicht, dass die Feuerwehr auch noch den Rettungsdienst erledigt", sagte Sommer über die "First-Responder"-Einsätze. Ebenso keine Lösung sei es, die Aufgabe auf Ehrenamtliche zu verlagern.
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