Flusslauf mit Eigendynamik

Im Bereich des Fischaufstiegs am Wasserrad ist bereits mit der Renaturierung der Wondreb begonnen worden. Einbuchtungen und Steinfelder sollen die Eigendynamik des Flusslaufs fördern. Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
16.09.2015
18
0

Mit dem ökologischen Ausbau der Wondreb ist jetzt begonnen worden. Und schon in drei Wochen, so hieß es bei einem Informationsabend im Rathaus, soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

Konkret geht es um ein rund 1,6 Kilometer langes Teilstück vom renaturierten "Fischaufstieg" bis zur Johannisbrücke über die Karolinenstraße beim Festplatz bzw. Egrensisbad (wir berichteten).

Was bei dieser Maßnahme genau geplant ist, darüber informierten am Montagabend Vertreter des Wasserwirtschaftsamts Weiden mit Abteilungsleiterin und Umweltingenieurin Kristina Hartl und Anton Baumann von der Abteilung Gewässerentwicklung im großen Sitzungssaal des Rathauses.

In die alte Form

Gekommen waren Interessierte aus der Bevölkerung sowie Landwirte als Angrenzer an der Wondreb. Bürgermeister Bernd Sommer freute sich, dass der Wunsch der Stadt für eine Renaturierung aus den 80er Jahren jetzt in Angriff genommen wird. Er würdigte die Initiative des Wasserwirtschaftsamts, das die Wondreb wieder etwas in ihre alte Form bringen wolle. Die Begradigung vor vielen Jahren habe sicher, so Sommer, technische Gründe gehabt.

"Traumhaft"

Sommer nannte es "traumhaft", wenn die Wondreb zwischen den zwei Brücken entlang des Festplatzes und Egrensis-Bad nicht wie jetzt schnurgerade sondern in ein paar Krümmungen fließt. Kristina Hartl zeigte anhand einer Karte, wo die einzelnen Ausbuchtungen und Vorschüttungen geplant sind. Wie sie sagte, wolle man mit dieser Maßnahme der Wondreb ihre Eigendynamik wieder zurückgeben und ihr damit "Leben einhauchen".

Dazu gehöre auch neue Lebensräume für Fische und andere Gewässerorganismen zu schaffen. Zuhörer machten Kristina Hartl auf wiederholte Überschwemmungen in diesen Bereichen aufmerksam. Dazu sagte die Behördenvertreterin, bei den anstehenden Arbeiten handele es sich nicht um eine Hochwasserschutzmaßnahme. "Ufer-Übertritte wird es nach wie vor geben."

Ferdinand Sperber, Geschäftsführer des Kultur- und Begegnungszentrum (KuBZ) sprach die gut angenommenen "Bootsfahrten" auf der Wondreb an. Die Befürchtung, dass diese dann nicht mehr wie bisher ohne Probleme für den Freizeitsport genutzt werden könnte, räumte Anton Baumann vom Wasserwirtschaftsamt schnell aus: An der Wassertiefe ändere sich nichts. Und wegen der Krümmungen müsse halt etwas mehr als jetzt gepaddelt werden.

Unter 90.000 Euro

Wie Kristina Hartl sagte, ist die Maßnahme mit rund 90.000 Euro veranschlagt. Man wolle aber versuchen darunter zu bleiben. Die Firma Grillmeier aus Wiesau wurde mit der Durchführung der Maßnahme betraut und hat inzwischen mit den Arbeiten begonnen. Im Anschluss an die Ausführungen standen Kristina Hartl und Anton Baumann interessierten Bürgern sowie Landwirten für detaillierte Fragen zur Verfügung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hochwasser (3437)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.