Fortsetzung grob fahrlässig

Ursula Fleißner von Gegenwind Stiftland (Bildmitte) übergab Ministerin Ilse Aigner im Auftrag von Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer das Buch "Bilder meiner Landschaft" von Dr. Klaus Arbter. Ursula Fleißner lud Ilse Aigner im Auftrag des Bürgermeisters nach Waldsassen ein. Albert Köstler (links) übergab das Buch "Das grüne Blackout" und lud die Ministerin im Auftrag von Bürgermeister Klaus Meyer ins Sibyllenbad ein. Bild: hfz
Lokales
Waldsassen
29.01.2015
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Die Energiewende ist nach Einschätzung von Albert Köstler nicht zu Ende gedacht. Dies erklärt der Vorsitzende der Bürgeraktion "Gegenwind Stiftland" anlässlich des Energiedialogs im Wirtschaftsministerium.

Dorthin war eine Delegation aus dem Stiftland eingeladen worden. Mit dabei war Neualbenreuths Altbürgermeister Albert Köstler und die "Gegenwind"-Vorstandsmitgliedern Ursula Fleißner und Ludwig Hecht. Verstärkt wurde das Team durch Marcus Remold von der "BI zum Schutz von Mensch und Natur in der Gemeinde Plößberg".

Kritische Fragen

Bei der Veranstaltung waren die Ergebnisse der vier eingerichteten Arbeitsgruppen zur Energieeffizienz und Energieeinsparung, zur Speichertechnologie, zum Ausbaupotential und zur Versorgungssicherheit vorgestellt worden. Danach hatten die mehr als 200 Teilnehmer Gelegenheit kritische Fragen zu stellen und sachlich über die Berichte zu diskutieren.

Dabei hielt die Mehrheit etwa einen sinkenden Stromverbrauch für schwer erreichbar. Gründe für diese Meinung waren der Bevölkerungszuwachs, das weiter steigende Wirtschaftswachstum und der Zunahme elektrischer Geräte.

Hohe Akzeptanz

Bei den diskutierten Speichermöglichkeiten sah man Probleme bei den Kosten der Entwicklung und bei Pumpspeicherwerken die Akzeptanz wegen der Eingriffe in die Natur. Nach einer Studie der "Agentur für Erneuerbare Energien" gäbe es eine hohe Akzeptanz für die Windenergie in der Bevölkerung, wobei die Wirtschaftlichkeit dabei kontrovers diskutiert werde. Ein wichtiges Kriterium sind die Volllaststunden. Diese liegen in der Bundesrepublik bei Prozent, in Bayern gar nur bei 13 Prozent. 2001 gab es so bundesweit gar 326 Stunden mit einer sogenannten "Null-Einspeisung".

Der Bundesverband Windenergie sähe 4000 bis 5000 Anlagen in Bayern realisierbar. Hierzu müsste jedoch ein funktionierendes Stromnetz, flexibel regelbare Ersatzkraftwerke und ausreichende Speichermöglichkeiten vorhanden sein.

Die Vertreter der Bürgerinitiativen Gegenwind haben vorgetragen, dass die Windanlagen keinen substanziellen Beitrag zur Stromversorgung leisteten. Der von Windanlagen produzierte Strom biete keine Versorgungssicherheit, da auf absehbare Zeit keine Speichermöglichkeiten zu realisieren sind und dadurch kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzt und deshalb auch kein Kohlendioxid eingespart werden könne. Außerdem werde Eigenkapital in nicht vorhersehbaren Höhe vernichtet. Im Gegenzug dazu werde die einzigartige Kultur- und Naturlandschaft Bayerns zerstört und privates Eigentum entwertet.

Kriterien nicht erfüllt

Bei der Versorgungssicherheit standen die angedachten Gleichstromtrassen und unwirtschaftliche Ersatzkraftwerke in der Diskussion. Keine der vorgetragenen Lösungen allein könne Deckungslücken füllen. Auch die Kriterien Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltfreundlichkeit könnten nicht erfüllt werden. Altbürgermeister Köstler nennt die Fortsetzung dieser Energiewende deshalb grob fahrlässig und forderte zunächst ein Moratorium beim Bau weiterer Windkraftanlagen.

Mit dem SPD-Bundesvorsitzenden und Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel ist Köstler sich einig, wenn dieser die Energiewende kurz vor dem Scheitern sieht und die meisten Länder in Europa die Bundesbürger für "Sowieso-Bekloppte" halten. Köstler weiter: "Die Energiewende wird unter der Devise gefahren: ,Wir wissen zwar nicht wohin wir wollen, aber wir sind immer als Erste dabei!' "

Bei der Lektüre der Publikationen über den Unsinn des derzeitigen Konzeptes und beim Anhören der Vorträge, sagt Köstler, müsste eigentlich ganz Deutschland rot werden - "... die einen aus Scham, die anderen aus Zorn!"
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