"Frohes Schaffen" ein Leben lang

Nach dem Requiem in der Basilika bewegte sich ein langer Trauerzug mit Fahnenabordnungen zum Friedhof. Dort ist Hans Schraml in der Familiengruft beigesetzt worden. Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
20.10.2014
10
0

Mit Freude das tun, was man kann - auch das, was gerade notwendig ist, was als Pflicht erkannt wird: Dies sei der Charakter von Hans Schraml gewesen, sagte Stadtpfarrer Thomas Vogl am Samstag in der Basilika.

"Frohes Schaffen" - dieser Schlusssatz von Hans Schraml beim Verabschieden, wo immer er auch war, ist auch beim Requiem wiederholt erwähnt worden. Eine große Trauergemeinde in der Basilika und am Friedhof begleitete den früheren Bürgermeister auf seinem letzten Weg. Schraml ist am Dienstag im 81. Lebensjahr nach längerer Krankheit verstorben (wir berichteten). "Frohes Schaffen" - das habe am Anfang seines Lebens gestanden und habe auch sein Leben geprägt, sagte Pfarrer Vogl.

30 Jahre habe Hans Schraml als Religionslehrer an Schulen unterrichtet und Generationen geprägt, als Referent bei Religionslehrerfortbildungen und als Autor von Unterrichtshilfen Großes geleistet. Der Stadtpfarrer erinnerte an das Engagement bei der Gestaltung von Schul- und Kindergottesdiensten in der Pfarrei sowie sein Wirken in verschiedenen Gremien im Landkreis und der Diözese, wie etwa dem Caritasverband.

Nur zwei Redner

Bei der Würzburger Synode 1971 bis 1975 war Hans Schraml einer der Synodalen der Diözese Regensburg. "Wir schauen heute dankbar und mit großem Respekt auf das frohe, vielseitige und höchst engagierte Schaffen von Hans Schraml", sagte der Stadtpfarrer. Dem letzten Wunsch von Hans Schraml entsprechend war statt vieler Nachrufe von politischer Ebenen wie auch der Vereine und Verbände, bei denen Schraml Mitglied war, die Liste der Redner auf zwei Personen beschränkt - Landrat Wolfgang Lippert und Manfred Brunner.

Der Landrat charakterisierte Hans Schraml als ordnungsliebenden und überaus korrekten Menschen, der sein Leben stets straff organisierte. Dies bis zum Schluss, als er in seinem letzten Willen verfügt hat, dass nur eine politische Trauerrede gehalten werden soll. Lippert tat dies für Landkreis, für die Stadt Waldsassen, deren Ehrenbürger Hans Schraml war, namens der CSU für die Kreistagsfraktion, den Kreisverband Tirschenreuth und den Ortsverband Waldsassen.

Hans Schraml habe mit Ausstrahlung und Redegabe Menschen überzeugt und begeistert. Mit gleicher Leidenschaft und Hingabe habe er sich den Belangen des Landkreises und der Stadt und der Bevölkerung gewidmet. Hans Schraml gehörte von 1966 bis 1996 dem Kreistag an und habe als engagierter und kritischer Mensch Verantwortung übernommen: Er war 18 Jahre lang Vorsitzender der Mehrheitsfraktion der CSU und mehr als 12 Jahre lang Landrat-Stellvertreter.

Neben seiner kreispolitischen Aktivität arbeitete Hans Schraml genauso lange in der Stadt Waldsassen als Fraktionssprecher, Zweiter und Erster Bürgermeister. Sowohl auf Ebene der Stadt als auch auf Kreisebene war ihm seine Aufgabe als Politiker auch Verpflichtung, für Mitbürger und Heimat einzutreten und den Weg in die Zukunft mitzugestalten, sagte Lippert. In Erinnerung an ihn, so Wolfgang Lippert, wird sein typischer Spruch "Und weiterhin fröhliches Schaffen", mit dem er sich immer verabschiedete, bleiben.

In vielen Vereinen

Gerwigkreis-Vorsitzender Manfred Brunner nahm stellvertretend für alle Vereine Abschied von Hans Schraml. "Wie stolz zeigte er sich, wenn er als Bürgermeister und einfacher Bürger von den vielen Vereinen Waldsassens schwärmte. Ihnen zollte er stets Respekt und Anerkennung für deren vielfältige Arbeit", sagte Brunner.

In der Familiengruft

Im Anschluss an das vom Männergesangverein und mit Volksgesang gestaltete Requiem folgte ein langer Kirchenzug zum Friedhof, wo Hans Schraml in der Familiengruft beigesetzt wurde.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.