Fruchtbare Naturschutzarbeit

Forstdirektor Gerhard Schneider (links) und Fledermausexperte Rudolf Leitl freuen sich darüber, dass sich die Fledermäuse hier angesiedelt haben und auch die Brut-Hilfen annehmen. Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
27.05.2015
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Seit einigen Jahren schon engagiert sich der Forstbetrieb unter Leitung von Gerhard Schneider für die Fledermäuse. In enger Zusammenarbeit mit dem Fledermausexperten Rudolf Leitl aus Amberg wurden Brut-Hilfen im Staatswald ausgebracht.

Jetzt durfte sich Schneider davon überzeugen, dass diese Naturschutzarbeit Früchte trägt. Rudolf Leitl, absoluter Fledermaus-Spezialist und Experte in der Oberpfalz, hatte schon seit längerer Zeit unweit von Hatzenreuth eine "Fledermaus-Kolonie" ausgemacht die er Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider unbedingt zeigen musste.

Leitl ist zwar gelernter Forstfachmann, seine Arbeit gilt aber inzwischen ganz den Fledermäusen. In dieser Funktion arbeitet er an zwei Schwerpunkten. So betreut er ein von der EU gefördertes Projekt und nimmt ein sogenanntes Monitoring im Auftrag des Landesverbandes des Vogelschutzbundes vor. Dies sei wichtig um die Anzahl der Fledermäuse und die vorhandenen Arten zu registrieren und möglichst schnell auf unerwünschte Entwicklungen reagieren zu können.

Indiz für Lebensraum

Wie Forstdirektor Gerhard Schneider sagt, sind seit 2012 für etwa 30 000 Euro über 1100 Fledermauskästen gekauft und fachmännisch angebracht worden. Die Belegungsquoten seien noch relativ bescheiden, sind aber ein wichtiges Indiz für den Lebensraum und dessen Entwicklungsmöglichkeiten.

Ein optimaler Fledermaus-Lebensraum bestehe aus Nadelwald mit Beimischung von möglichst viel Laubholz. Dabei sollten auch Wasser- und Freiflächen um der Artenvielfalt Rechnung getragen werden. Die ausgebrachten Brut-Hilfen sollten das natürliche Angebot aus Biotop- und Totholzbäumen ergänzen. Davon profitieren seltene Fledermausarten, wie zum Beispiel Braunes Langohr, Wasserfledermaus, Großes Mausohr und vereinzelt Bechsteinfledermäuse. "Auch Zwergfledermäuse und Brandtfledermäuse sind wieder anzutreffen", freuen sich Gerhard Schneider und der Fledermausexperte Rudolf Leitl, der behutsam eine Zwergfledermaus aus einem der Fledermauskästen herausholte. Die Fledermauskästen werden aber auch von anderen Tierarten wie von der Haselmaus oder Gartenschläfer sowie Wespen und Hornissen in Beschlag genommen.

Wie Fledermausexperte Rudolf Leitl sagt, gibt es ein modernes Monitoring mit sogenannten Batcordern: Damit werden identifizierte Fledermaustöne aus dem Ultraschallbereich erzeugt; doch die Geräte arbeiteten nur im Nahbereich von etwa zehn Meter. Dieses Monitoren sei als Erfolgskontrolle und Steuerungsmittel unverzichtbar, weil damit Maßnahmen optimiert werden könnten, sagt Leitl.

Grüne Wellenlinie

Wie Forstdirektor Gerhard Schneider sagt, sind Bäume die sich als Nisthöhlen eignen und so für Fledermäuse und Vögel in Frage kommen, mit einer grünen Wellenlinie gekennzeichnet. Beide freuen sich über diese, wenn auch noch kleine Fledermauskolonie die sich hier in der Nähe eines Teiches und nötiger Freifläche schon recht heimisch fühlt.
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