Gegen Intoleranz und Ausgrenzung

Die Theatergruppe präsentierte auf de Bühne der Sporthalle "das schwarze Wort". Bild: jr
Lokales
Waldsassen
08.10.2014
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"Heute ist ein großer Tag für unsere Schule", sagte Direktorin Kerstin Janke. Alle 353 Schüler waren in die Sporthalle der Realschule im Stiftland gekommen. Sie erhielt den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Musikalisch wurde er 90-minütige Festakt (wir berichteten) von der Band "The Inclusions" der Stiftlandwerkstätten St. Elisabeth bereichert. Studienrat Reiner Summer übernahm die Begrüßung. Unter den Gästen auch MdL Tobias Reiß sowie der 2. Bürgermeister der Nachbarstadt Eger/Cheb, Michal Pospisil. Außerdem mit dabei waren Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß und Vertreter der Kirchen.

"Aktiv gegen Rechts"

Ausdrücklich dankte Summer Rainer Fischer, der mit seinem engagierten Wirken im Netzwerk "Aktiv gegen Rechts" diese Ehrung erst möglich machte. "Die Realschule im Stiftland bekennt sich zu Toleranz und Demokratie", sagte die Schulleiterin. Mit den Aktionen soll ein Zeichen gesetzt werden, "... gegen jede Form von Ausgrenzung, die derzeit in zunehmender Form zu beobachten ist." Weiter sagte die Direktorin: "Ausgrenzung beginnt bei uns selbst, in unserem Herzen."

Es sei immer leicht, sich auf die vermeintliche Andersartigkeit eines Mitschülers zu stürzen, in der Gewissheit, dass mich eine große Gruppe unterstützen wird. "Aber Farbe zu bekennen, sich auf die Seite der Schwächeren zu stellen, das fällt schwer und erzeugt auch Angst, selber zum Opfer zu werden. Wir wollen versuchen, die Rechte eines jeden Einzelnen zu stärken, Mut zu machen." Bürgermeister Bernd Sommer zeigte sich stolz, Pate der Schule für dieses wichtige Projekt sein zu dürfen. "Pate heißt, lebenslang dafür da zu sein, dies kann ich euch jetzt schon zusagen."

"Prägend war für mich ein Auftritt der rechten Szene vor einigen Jahren in Waldsassen. Wir wussten damals nicht wie wir damit umgehen sollten." Aktives Handeln und die Neugier auf das Andere wäre für Oberpfälzer oft nicht leicht. "Aber Neugierde gehört zur Toleranz dazu." Sommer gratulierte zur Verleihung es Titels: "Meinen Respekt für die Verpflichtung, die ihr damit eingeht. Vielleicht wird die Welt dadurch ein Stück glücklicher." Juliane Sack von der Landeskoordination Bayern erinnerte daran, dass der Titel "Schule ohne Rassismus" eigentlich aus Belgien kommt und alle Formen der Diskriminierung ablehnt. Abschließend überreichte sie die Urkunde an die Schulleitung und den Kindern.

Leitende Ministerialbeauftragte Maria Kinzinger freute sich, dass in einer Zeit, in der offensichtlich Werteorientierungen Mangelware geworden ist, durch besondere Maßnahmen entgegen gesteuert wird. "Nur damit werden Schüler stark für die Zukunft." Ohne ein Mindestmaß an Werten wie Verantwortung, Toleranz, Solidarität und Gewaltfreiheit sei ein geordnetes und friedliches Zusammenleben nicht möglich.

Hilfsbereitschaft und Solidarität müssten wieder höher im Kurs stehen. "Nur auf solchen Säulen lässt sich eine nachhaltige und gesellschaftliche Zukunft aufbauen." (Info-Kasten)
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