Gerwigkreis errichtet "Hochberger-Kreuz" - Geschnitzte Heilandfigur bekommt Ehrenplatz
Vom Dachboden in die freie Natur

Lokales
Waldsassen
24.09.2015
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Um ein Flurkreuz reicher ist die Kulturlandschaft der Klosterstadt. Dem Gerwigkreis ist es zu verdanken, dass der einst von Franz Hochberger geschnitzter Christus-Korpus zu neuen Ehren kommt. Dieses Flurkreuz steht an der Verbindungsstraße von der Antonie-Wernerstraße in Kondrau zur Konnersreuther Straße. Am Flurweg nach Bad Kondrau lädt es zum Gebet und Verweilen ein.

Vor der Segnung durch Stadtpfarrer Thomas Vogl erklärte Gerwigkreis-Vorsitzender Manfred Brunner die Vorgeschichte. Eine Arbeitsgruppe sei gerade dabei, ein Buch mit allen Kleindenkmälern im Gemeindegebiet Waldsassen zu erstellen. "Bei den Befragungen zu den Kreuzen sind wir viel herumgekommen", schilderte Brunner. Bei Kurt und Marianne Heinzl hätten sie erfahren, dass unter ihrem Giebeldach seit längerer Zeit ein Heiland hänge, den Franz Hochberger geschnitzt habe. Seit der Wohnungsauflösung sei der Korpus in ihrem Besitz.

"Macht was daraus"

Sowohl Manfred Brunner als auch Josef Reindl empfanden es als schade, dass so ein schönes Schnitzwerk unbeachtet unter dem Dach hängt. Das Angebot der Familie Heinzl ("ihr könnt es haben - macht was daraus") nahm der Gerwigkreis gerne an. Nachdem ein Mitglied die Christusfigur etwas restauriert hatte, wurde sie von Malermeister Kurt Heinzl farbig gefasst.

Im Depot des Stiftlandmuseum wurde man auf der Suche nach einem passenden Kreuz fündig. Auch das wurde von Kurt Heinzl aufgefrischt. "Beides erstrahlt nun wie neu", freute sich Manfred Brunner. Was noch fehlte, war der passende Sockel. Den fand man auf dem Areal von Dr. Wolfgang Fortelny in der Raiffeisenstraße unter den alten Grabsteinen des ehemaligen Steinmetzes Zemann. Der Sockel wurde zum städtischen Bauhof transportiert, dort etwas hergerichtet und mit den Eisen für die Kreuzhalterung versehen. Auch ein geeigneter Standort war bald gefunden. Den habe die Firma Kondrauer gerne für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, bedankte sich Brunner.

Mitarbeiter des städtischen Bauhofs richteten das Areal her und stellten das Feldkreuz auf. Brunner nannte es ein gutes Omen, dass dieses durch den Gerwigkreis errichtete Feldkreuz in unmittelbarer Nähe der Brunnenfassung der "Gerwig-Quelle" steht.

Stadtpfarrer Thomas Vogl dankte allen, die bei diesem Projekt mitgewirkt haben. "Dieses wunderbare Feldkreuz ist ein schönes Zeichen für die Kultur dieses Landes", sagte er. Es sei heute besonders wichtig, dass man die Geschichte des Kreuzes und des christlichen Glaubens in Ehren halte und etwas dafür tue. Dafür sagte er dem Gerwigkreis ein "Vergelt's Gott". In das Buch über die Kleindenkmäler habe er schon kurz hineinschnuppern dürfen, freute sich der Stadtpfarrer auf das Erscheinen. Dahinter stehe viel Liebe zur Heimat und der Wille, sie zu bewahren.

Sohn dankt Gerwigkreis

Dr. Toni Hochberger freute sich, dass der von seinem Vater geschnitzte Christuskorpus so zu Ehren kommt und dankte dem Gerwigkreis dafür.
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