Gestählter Körper, gepflegte Seele

Schwester Agnes und ATSV-Vorsitzender Heinrich Bayreuther präsentieren die restaurierte Vereinsfahne. Bild: kgg
Lokales
Waldsassen
20.10.2014
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Sie war ganz schön zerschlissen, die Vereinsfahne des ATSV Tirschenreuth. Zum Strahlen gebracht hat das gute Stück wieder Schwester Agnes vom Kloster Waldsassen - auch wenn sie innerlich mit einem Turnerspruch zu kämpfen hatte.

"Mit Schwester Agnes haben wir einen Glücksgriff getan", sagt Heinrich Bayreuther, Vorsitzender des ATSV Tirschenreuth, und präsentiert die wie neu aussehende Vereinsfahne, die 1904 geweiht worden ist. Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre schwer in Mitleidenschaft gezogen, wurde sie seit sechs oder auch sieben Jahren wegen ihres stark zerschlissenen Zustandes schon nicht mehr bei Festlichkeiten mitgetragen.

Wie Heinrich Bayreuther Schwester Agnes erzählt, durfte er diese Fahne beim deutschen Turnfest 1958 in München tragen. Vor einiger Zeit rang sich der Turn- und Sportrat des ATSV durch, die Fahne restaurieren zu lassen. Und nach verschieden Überlegungen schloss er sich dem Vorschlag des Vorsitzenden an, sie Schwester Agnes im Kloster Waldsassen zu übergeben.

Während die eine Seite mit dem Abbild des Turnvaters Jahn nur kleiner Ausbesserungen bedurfte, musste die zweite Seite bis auf die Motive neu gemacht werden. "Dies ist vortrefflich gelungen", sagt ein überglücklicher ATSV-Vorsitzender Heinrich Bayreuther.

"Jetzt kann auch Turnvater Jahn auf der Rückseite lächeln." Wie Schwester Agnes sagt, habe es ihr Freude bereitet so eine alte Fahne wieder zum Strahlen zu bringen. Mit dem Schriftzug, der das Wappen umgibt, "Wer den Körper stählt, pflegt seine Seele!" habe sie allerdings in ihrem Innersten schon etwas zu kämpfen gehabt, gesteht die Ordensfrau mit einem verschmitzten Lächeln.
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