Glaubenspraxis Thema bei Kolping-Bezirksversammlung
Auch gegen den Strom schwimmen

P. Martin Neuhauser SVD aus Tirschenreuth bei seinem Vortrag "Glaubenspraxis in der modernen Welt - Schwierigkeiten und Chancen" im Jugendheim anlässlich des Kolping-Bezirkstags. Bild: hfz
Lokales
Waldsassen
30.10.2014
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Die Ortsvereine von Kolping des Bezirksverbandes Tirschenreuth versammelten sich zur Bezirksversammlung. Gut 50 Fahnenabordnungen aus den Ortsverbänden kamen in der Klosterkirche zu einem Gottesdienst zusammen, den Bezirkspräses Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf mit dem Waldsassener Ortspräses Stadtpfarrer Thomas Vogl und P. Martin Neuhauser von den Steyler Missionaren zelebrierte.

Pfarrer Besold wies in seiner Predigt auf die Adolf Kolpings Beziehung mit dem Tagesheiligen hin, Papst Johannes Paul II. Beide hätten sich in unterschiedlichen Zeiten und Positionen der sozialen Frage der Zeit gewidmet. Die soziale Dimension gehöre deshalb zum Wesen der Kirche. Dafür stehe auch heute Kolping mit unterschiedlichen Aufgaben ein.

Anschließend im Jugendheim hieß Bezirksvorsitzende Martina Mark Referent P. Martin Neuhauser SVD aus Tirschenreuth willkommen, der zum Thema "Glaubenspraxis in der modernen Welt - Schwierigkeiten und Chancen" sprach. P. Neuhauser ging von den Lebenswerten der modernen Gesellschaft wie Freiheit, Individualität, Mitmenschlichkeit, Pluralität und Toleranz aus und fragte, wie Christen davon betroffen sind. Weil alle Menschen im gleichen Boot sitzen und weil tatsächlich Freud und Leid der Menschen auch Freud und Leid der Christen sind, nehmen alle an diesen Lebenswerten teil, sind aber oft auch Opfer ihrer Verirrungen. "Es geht als Christen nicht darum, diese Lebenswerte zu verurteilen, sondern in die richtigen menschlichen und religiösen Bahnen zu lenken." Nur so lasse sich die Welt im christlichen Sinn gestalten.

Primat des Göttlichen

Christen müssten wieder das Primat des Göttlichen in die Mitte stellen. Davon gingen alle Lebenswerte aus. "Freiheit ruft nach letzter Verantwortung, Individualität nach Sozialität, Mitmenschlichkeit nach Orientierung am christlichen Menschenbild und letztlich an Christus, dem Kriterium aller Menschlichkeit", heißt es in der Pressemitteilung über den Vortrag. "Humanität hat heute auch eine globale Dimension, wenn es um Gerechtigkeit und Frieden geht." Christen müssten die Stimme erheben, sich einmischen, auch gegen den Strom schwimmen.

Christen hätten eigene Moralvorstellungen, auch wenn die plurale Gesellschaft manchmal nach anderen Gesetzen ablaufe. "Oft erscheinen Christen darin sogar als Minderheit." Dies werde sich in Zukunft noch vermehren. Umso notwendiger sei das aktive Glaubensleben in und mit der Kirche.
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