Grenzenlos Wasser

Steffen Zagermann (links), Vorstandsvorsitzender der Firma "Chevak" in Cheb zusammen mit Mathias Rosenmüller, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weiden. Bild: hfz
Lokales
Waldsassen
10.03.2015
0
0

Das Wasserversorgungsunternehmen der Stadt und des Landkreises Cheb übernimmt die Trägerschaft für den Trinkwasserschutz seiner Quellen auf deutschem Gebiet. Nach längeren Verhandlungen ist jetzt am Landratsamt Tirschenreuth der Vertrag unterzeichnet worden.

Im Dreieck Eger- Schirnding-Waldsassen befindet sich ein zusammenhängendes Waldgebiet. Es gehört teils zu Oberfranken, zur Oberpfalz und zu Tschechien. Schon seit mehr als 100 Jahren werden die dort entspringenden Quellen zur Trinkwasserversorgung genutzt. Der Löwenanteil der Wassermenge wird Richtung Cheb abgeleitet. Daneben gibt es auch Orte auf bayerischer Seite, die mit geringen Wassermengen versorgt werden müssen. "Diese Versorgung wird auch für die Zukunft aufrechterhalten werden", heißt es in der Pressemitteilung des Wasserwirtschaftsamts.

Gesetze und Regeln zur Nutzung von Wasser sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon aus dem Altertum sind strenge Regeln zur Verteilung und zur Bewahrung der Qualität überliefert. Auch aus der nördlichen Oberpfalz sind alte Dokumente zum Umgang mit Wasser bekannt. 1911 hatte das königliche Bezirksamt Tirschenreuth die Berechtigung zur Nutzung von Quellwasser aus der Oberpfalz und aus Oberfranken für die Stadt Eger erteilt. Allerdings bezog sich der damalige Beschluss vor allem auf die Nutzung, weniger auf den Schutz des abzuleitenden Wassers. Grundsätzlich wird auf den Trinkwasserschutz sehr hoher Wert gelegt und darauf geachtet, dass Trinkwasserschutzgebiete ausgewiesen sind. Ein solches bestand in dem betreffenden Gebiet nicht, weshalb Handlungsbedarf bestand - eine schwierige Angelegenheit: Verhandlungen mit der tschechischen Seite nach 1945 brachten kein Ergebnis.

Schließlich übernahm der Freistaat die Trägerschaft. Dies wurde in einer Vereinbarung zwischen dem Markt Schirnding, der Stadt Waldsassen und dem Freistaat Bayern im Jahr 1991 geregelt.

Nicht zum Nulltarif

Zum Nulltarif gibt es Trinkwasserschutz nicht. Die Festsetzung des Gebiets musste ausgearbeitet, Zäune errichtet und unterhalten sowie der Bereich regelmäßig kontrolliert werden. "Ein kostspieliger Aufwand, der damit vom Freistaat Bayern geleistet wurde." Die Vereinbarung zwischen den bayerischen Kommunen und dem Freistaat enthielt auch Ausstiegsklauseln. Auf deren Grundlage nahm jetzt das Wasserwirtschaftsamt Weiden Gespräche mit dem tschechischen Trinkwasserversorgungsunternehmen Chevak auf, die mit der Unterzeichnung erfolgreich beendet worden sind. Grenzüberschreitende Wasserlieferungen gibt es häufiger - sowohl von Bayern nach Tschechien als auch umgekehrt. Insofern füge sich die Vereinbarung in ein großes Ganzes ein, wie es heißt: "Das gutnachbarschaftliche Zusammenleben von Bayern und Tschechen im Grenzgebiet wird damit um eine weitere, aktuelle Facette bereichert."
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.