Gulasch für die Häuserstützer

Auch die Drehleiter der Feuerwehr Waldsassen leistete wertvolle Dienste, als die Männer vom Technischen Hilfswerk und die Reservisten die Holzstützen am Gebäude stabilisierten. Bild: kdi
Lokales
Waldsassen
25.08.2015
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Die Arbeit ging Hand in Hand. Nach fünf Stunden konzentrierter Koordination stand die massive Holzkonstruktion, die ein Haus vor dem völligen Einsturz bewahren kann und Leben retten hilft.

Ob durch Hochwasser, Erdbeben, Brände oder Explosionen: Ist ein Haus stark beschädigt, kommt es auf schnelles Handeln an, um etwaige Opfer herauszuholen und die Helfer abzusichern. Vor allem die Wetterkapriolen der jüngsten Zeit auch in Mitteleuropa nahmen jetzt 16 Waldsassener Reservisten der Bundeswehr zum Anlass einer besonderen Übung.

Gemeinsam mit 15 Einsatzkräften vom Technischen Hilfswerk (THW) Marktredwitz und 2 Geräteführern der Freiwilligen Feuerwehr Waldsassen probten sie die Sicherung von einsturzgefährdeten Gebäuden. Dafür waren die leerstehenden, zum Abriss vorgesehenen Häuser an der Adalbert-Stifter-Straße prädestiniert. Am frühen Samstagvormittag fuhren die Einsatzfahrzeuge des THW vor und brachten die Einzelteile für das "Abstützsystem Holz" (siehe Infokasten) an Ort und Stelle.

Nun hieß es, den Zusammenbau zu organisieren. Zugführer Sebastian Prüm und Gruppenführer Andreas Ernstberger vom THW hatten die Leitung. Gruppenführer der Reservisten war Ausbildungsleiter und Hauptfeldwebel der Reserve Michael Filchner. Nach rund fünf Stunden aufwändiger Montagearbeit konnten die Stützkonstruktionen mit den Lkw-Ladekränen des THW aufgestellt und am Gebäude platziert werden. Am Zusammenbau war die Feuerwehr mit Drehleiter und Arbeitskorb maßgeblich beteiligt. Dadurch und mit einem weiter Hubsteiger konnten die Helfer die Abstützkonstruktion ohne Gerüst und zusätzliche Leitern stabilisieren. Die erforderlichen Aussteifungen und Verschwertungen waren schnell und sicher montiert. Für viele Bürger war die Übung eine Demonstration der Leistungsfähigkeit der beteiligten Organisationen. Auch der stellvertretende Landrat von Wunsiedel, Roland Schöffel, Heinz Dreher als stellvertretender Bürgermeister von Marktredwitz und Waldsassens zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer verfolgten mit Interesse das Geschehen.

Nach schweißtreibender Montage, lediglich unterbrochen von einer kräftigenden Mittagspause - die THW-Frauen hatten dazu Gulasch mit Nudeln vorbereitet - mussten die Holzkonstruktionen wieder abgebaut und für die nächsten Einsätze auf die Transport-Lastwagen verladen werden. Nachdem auch dies geschafft war, ging es für die Reservisten zurück zum Biwakplatz an der Allerheiligen-Kirche nahe bei Wernersreuth. Dort fand die Einsatzübung am Abend mit einem Gottesdienst und gemütlichem Beisammensein mit der Bevölkerung ihren Abschluss.
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