Innehalten, beten und staunen

Manfred Brunner, Josef Reindl und Robert Treml (von links) stellten am Donnerstag stellvertretenden für die weiteren Mitglieder des Arbeitskreises einen Vorabzug der Dokumentation über Kleindenkmäler in und um Waldsassen vor. Reindl und Brunner waren in den vergangenen Monaten mit dem Feinschliff vor der eigentlichen Herausgabe beschäftigt. Bild: pz
Lokales
Waldsassen
30.10.2015
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Die "Feldkreizerer" kamen mehrmals. Drei, vier Mal. Das ganze Jahr über. Zum Fotografieren und zur Recherche. Die war nicht leicht. Eine oft gehörte Antwort: "Da Opa oder 'Oma häins nu g'wisst - owa döi san letzt's Joahr g'storb'n."

Für die engagierten Mitglieder im Gerwig-Kreis war diese Aussage ein Hinweis, dass es höchste Zeit war für die Arbeit: In gut vier Jahren ist eine Dokumentation entstanden, die flächendeckend alle Kleindenkmäler in und um Waldsassen enthält. Jetzt liegt das Ergebnis der umfangreichen Forschungsarbeit vor. In einer Woche wird das Buch in der Klosteraula vorgestellt. "Innehalten - Beten - Staunen" - so lautet der Titel des Dokumentationsbands. Für ihn verantwortlich ist ein Arbeitskreis, der Anfang 2012 extra für das Projekt gegründet wurde. Dem Vorsitzenden Josef Reindl standen zur Seite Manfred Brunner und Robert Treml sowie Hans Zölch, Gerhard Schmaus, Arno Ritz und Gerhard Paintner. Auch der kürzlich verstorbene Adolf Gläßel gehörte dazu. Ihm ist im Buch ein Nachruf gewidmet.

"Unser Ziel war, sämtliche Kleindenkmäler der Gemeinde Waldsassen mit den Gemarkungen Waldsassen, Kondrau, Münchenreuth und Querenbach zu erfassen", so die Initiatoren. Vor der eigentlichen Arbeit gab es viele Fragen zu klären: Was alles fällt unter den Begriff "Kleindenkmäler"? "Wir mussten zunächst einmal definieren, was wir überhaupt suchen und dokumentieren wollten", erklärt Reindl.

Die Autoren und Mitarbeiter orientieren sich an der Einteilung der Kleindenkmäler nach Reiner H. Schmeissner in seinem Buch "Oberpfälzer Flurdenkmäler"; eine wertvolle Hilfe bei der Zusammenstellung wären auch die Jahresbände des "Arbeitskreises für Flur- und Kleindenkmalforschung in der Oberpfalz" gewesen. Bei der Bestandsaufnahme teilte sich der Arbeitskreis in drei kleinere Gruppen auf: Robert Treml und Adolf Gläßel übernahmen das Stadtgebiet, Manfred Brunner und Hans Zölch entschieden sich für den Osten und den Süden und die Gruppe Gerhard Paintner, Arno Ritz und Josef Reindl übernahm den Westen.

Die Leute waren sehr aufgeschlossen", so Manfred Brunner, Josef Reindl und Robert Treml am Donnerstag übereinstimmend bei einer Vorab-Präsentation des Inhalts: Dabei erzählten sie viele Anekdoten aus der Forschungsarbeit - etwa im Zusammenhang mit der oft schwierigen Suche nach den Eigentümern. Denn der Standort vieler Feldkreuze etwa war im Zuge der Flurbereinigung verändert worden. Auch mit strittigen und ungeklärten Eigentumsverhältnissen sahen sich die Mitglieder des Arbeitskreises konfrontiert.
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