Johannes Bradtka informiert bei Bund Naturschutz-Veranstaltung in Waldsassen über Flechten
Überragende Rolle im Gefüge der Natur

Lokales
Waldsassen
18.11.2014
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(mdk) "Überlebenskünstler unserer Landschaft" stellte Johannes Bradtka überzeugend dem interessierten Publikum vor. Bei einem Vortrag der Bund Naturschutz Kreisgruppe Tirschenreuth im Jugendheim Waldsassen schilderte der Referent, welch überragende Rolle Flechten im Gefüge der Natur inne haben.

Die Flechte - eine Symbiose zwischen Pilz und Alge - sei weltweit gegenwärtig, erklärte der Sprecher. Sie lebt und überlebt seit etwa 400 Millionen Jahren in nahezu in jedem Klima, in tropischen Wüsten ebenso wie in karger, eisbedeckter Felslandschaft des Nordens. Selbst in einer Höhe von 6000 bis 7000 Metern wären sie noch zu finden. Es ist einzig und allein der Mensch, der diesen Überlebensdrang vernichtend stören könne, zum Beispiel durch die Auflösung zusammenhängender Waldflächen, Überdüngung der Böden und Luftverschmutzung. 61 Prozent der Flechten seien gefährdet.

Zu wenig Lebensraum

Johannes Bradtka widmet sich der Forschung und dem Schutz dieses Naturwunders seit 30 Jahren. Seinem Bericht zufolge wären weltweit 19 000 verschiedene Arten von Flechten bekannt, davon gibt es über 2000 in Deutschland. Den Fokus seines detaillierten Wissens richtete Bradtka bei diesem Vortrag auf Flechten in unseren heimischen Wäldern. Es seien vor allem junge Wälder, die den Flechten zu wenig Lebensraum bieten. Erst ab einem Baumstamm-Durchmesser von mindestens 80 Zentimeter könne eine Flechte gedeihen. Fälschlicherweise werde sie häufig für das Absterben von Bäumen verantwortlich gemacht.

Vor allem bei alten Obstbäumen werde dies vermutet. Das Anhaften der Flechten schade dem Baum keineswegs. Flechten seien Bioindikatoren, sie binden Kohlendioxid und geben genauestens Auskunft über die herrschenden Luftverhältnisse. Da man sie nicht willentlich züchten könne, seien sie auf sorgfältigen Schutz angewiesen.

Kleiner Beitrag

Die Vorstände, Josef Siller vom Bund Naturschutz und Otto Hauenschild vom Landesbund für Vogelschutz, der Kreisgruppen Tirschenreuth, leisteten mit dieser Veranstaltung einen kleinen Beitrag, um diese für das gesamte Ökosystem wesentlichen Faktoren ins Bewusstsein zu rufen.
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